Bei Activision hatte man wohl die Nase voll davon, von der Presse immer wieder gerügt zu werden. Die Call-of-Duty-Reihe verkauft sich zwar trotz aller Meckerei wie geschnitten Brot, aber auch Publisher haben ihren Stolz. Also wurde neben Treyarch und Infinity Ward noch ein dritter Entwickler ins Boot geholt, um trotz des alljährlichen Spielausstoßes mehr Zeit für die Entwicklung der Titel zu gewährleisten, und somit die Qualität zu erhöhen.

Darum geht's

Premiere für Sledgehammer Games und ihre Interpretation der CoD-Thematik. Das mittlerweile elfte Spiel der erfolgreichen Reihe verschreibt sich abermals der Zukunft. Wie befinden uns im Jahr 2054, einer Zeit, in der Militärmächte nicht mehr von Ländern, sondern von Unternehmen gestellt werden.
„Laaaaaangweilig … wir spielen eh nur den Mutliplayer“, werdet ihr jetzt sagen, doch die Verpflichtung von Kevin Spacey in der Rolle des kriegstreibenden Bosses der Söldnerfirma Atlas, lässt darauf schließen, dass der Kampagne diesmal etwa mehr Aufmerksamkeit zuteilgeworden sein dürfte. Allerdings wird sich das erst noch erweisen müssen. Letztlich geht es halt um Krieg. Ob ein begnadeter Schauspieler ein mutmaßlich mäßiges Skript aufwerten kann, bleibt abzuwarten.

Das ist gut

Nicht die geringsten Sorgen machen wir uns um den Online-Part, der dynamischer denn je ausfällt. Denn im Zuge des großen Sprunges in die Zukunft sind auch viele Spielereien möglich. Allen voran euer Exoskelett, welches ihr euch genauso vorstellen dürft, wie es in der offensichtlichen Inspirationsquelle „Elysium“, dem Film mit Matt Damon, dargestellt wird. Dieses praktische Gimmick macht euch stärker und schneller, lässt euch höher springen und darf mit zwei von sieben Fähigkeiten aufgerüstet werden. Soll es ein verbesserter Schild sein, eine beschleunigte Regeneration der Lebensenergie oder doch lieber ein nützliches Jetpack? Entscheidet selbst, wie ihr euch über das Pick-13 System mit Waffen, Granaten, Perks, Exo-Fähigkeiten und Belohnungen für Scorestreaks ausstattet, und passt euren alternativ auch weiblichen Krieger eurer bevorzugten Spielweise an.
Erfahrene CoD-Ballermänner werden sich dennoch umstellen müssen, denn das Exoskelett erweitert den Bewegungsradius enorm. Es werden zwar keine Höhenmeter abgerissen wie in Titanfall, doch das Spielfeld verlagert sich klar in die Vertikale, eine Tatsache, der auch in der Mapgestaltung Rechnung getragen wird.
Klingt ungewohnt und schreckt euch eher ab? Sollte es nicht! Die einschneidende Designentscheidung von Sledgehammer Games geht voll auf und macht einen Heidenspaß. Ihr werdet Kills erleben, die endlich mal wieder ein Video wert sind!

Das ist schlecht

Zwar werden auch diesmal wieder 60 Bilder pro Sekunde geboten, aber abermals verpasst die Reihe den Sprung in die Sphäre technischer Vorzeigetitel. Die Engine ist schlicht und einfach veraltet. Hässlich ist das Spiel deshalb noch lange nicht, aber man hofft ja mit jedem CoD darauf, wieder einmal derartige Wow-Effekte zu erleben, wie es beim legendären ersten Modern Warfare der Fall war. Vielleicht ja nächstes Jahr, wenn Treyarch wieder an der Reihe ist.

Gewohnt hochwertiges Multiplayerspektakel mit Verdacht auf eine interessante Kampagne. Die neuen Entwickler im CoD-Kader erweitern mit dem Exoskelett euer Bewegungsrepertoire und das Spielfeld gelungen in die Vertikale.