Das ist gut:

„Borderlands 3“ wagt keine Experimente, um mit modernen Loot-Shooter-Konventionen zu kokettieren. Das wird direkt nach Spielstart klar. Aufmachung, Inszenierung, sogar das Intro und der zugehörige Song erinnern frappierend an den Vorgänger aus dem Jahr 2012. Die nicht ganz unberechtigte Sorge, dass die Macher das Spielkonzept mit nervigen Verschlimmbesserungen nicht über die Zeit hinweg haben retten können, ist also unbegründet. Fans bekommen definitiv das, was sie sich erhofft haben: Mehr von dem, was sie mochten. 

Mehr Waffen! Als hätte es bislang nicht schon genug Krachmacher gegeben, setzen die Entwickler dem Arsenal im dritten Teil die Loot-Krone auf und implementieren nun noch mehr spürbare Unterschiede in Handling und Wirkungsweise. Viele Wummen verfügen nun über eine praktische Sekundärfunktion, Elementareffekte, verschiedene Feuermodi und diverse Zusatzfunktionen.

Dass Schießprügel der Marke Tediore zum Beispiel weggeworfen werden, anstatt sie nachzuladen, und dann explodieren, kennt man ja schon. Neuerdings können diese aber auch als automatische Geschütztürme weiterhin ihren Job verrichten. Hyperion liefert dafür einen kugelschluckenden Schild frei Haus, Atlas-Waffen können Feinde auch um Ecken herum treffen, Raketenwerfer im Dauerfeuer schießen, Pistolen zu Flammenwerfern umfunktioniert werden und, und, und …

Die Lust am Loot ist entsprechend groß, da die Waffen nicht einfach nur in ihren Werten skalieren, sondern immer wieder mit neuen Eigenheiten überraschen, in all ihrer unfassbaren Vielfalt dabei auch noch äußerst schick designt sind und durch die Bank einen ordentlichen Punch haben. Spielt ihr im Koop – online mit bis zu vier Spielern, lokal im Splitscreen zu zweit – habt ihr übrigens die Wahl, ob ihr die Beute teilen müsst, oder jeder seinen eigenen Loot erhält.

Mehr Abwechslung! Da ihr diesmal an Bord eures Raumschiffes „Sanctuary III“ die Galaxie bereist, dürft ihr Pandora endlich auch mal verlassen, um euch ein ausführlicheres Bild über das „Borderlands“-Universum zu machen. Stapft ihr zunächst noch durch den Wüstensand, seid ihr bald schon in einer Scifi-Großstadt unterwegs oder erkundet eine Dschungelwelt. Open-World-Maßstäbe können hier allerdings nicht angesetzt werden, da es sich bei den Gebieten lediglich um in sich geschlossene, wenn auch recht weitläufige Areale handelt, denen abseits der Gegnerscharen und NPCs kein eigenes Leben innewohnt.

Mehr zu entdecken! Das erweitere Move-Repertoire erlaubt es euch nun nicht nur euren Sprint mit einen lässigen Slide über den Boden abzuschließen, sondern auch, euch an Kanten hochzuziehen. Diese kleine, aber feine Neuerung ermöglicht es, die Areale auch in der Vertikalen zu erkunden, was die Macher für allerlei versteckte Goodies genutzt haben. Neben prall gefüllten Beutekisten warten dabei auch allerlei Nebenmissionen, die ihre eigene Mini-Geschichte erzählen und mit mal mehr, mal weniger interessanten Bekanntschaften ihrer Entdeckung harren.

Mehr Skills! Mussten Kammerjäger bislang mit gerade mal einer Spezialfähigkeit klarkommen, sind es derer pro Figur nun ganze drei, zwischen denen ihr bei Bedarf wechseln dürft. Alle jeweils mit eigenem Skilltree. Haudegen Zane darf sogar auf die Fähigkeit des Granatenwurfes verzichten und fortan zwei aktive Action-Fähigkeiten ins Feld führen. Beastmaster FL4K hetzt Feinden sein Haustier auf den Hals, Technikerin Moze stehen verschiedene Bewaffnungen ihres Mechs zur Auswahl und Amara offenbart sich in ihrer Rolle der Sirene als schlagkräftige Nahkämpferin. Natürlich darf jede Fähigkeit über Erfahrungspunkte weiter ausgebaut, spezialisiert und mit passiven Boni verbessert werden. Sollte euch euer aktives Build nicht gefallen, setzt ihr die Punkte auf der Sanctuary III einfach wieder zurück.