Das ist gut:

Augenscheinlich ist die opulent in Szene gesetzte 2D-Graifk das große Aushängeschild von „Huntdown“. Und tatsächlich haben wir eine derart prächtig und detailliert in Szene gesetzte Pixel-Welt lange nicht mehr gesehen. Dass diese sich dann auch noch das Flair des 80er Jahre Sci-Fi-Kinos im Stil von „Escape from New York“ und „Bladerunner“ zum Vorbild nimmt, ist natürlich ein weiterer dicker Pluspunkt.

Entsprechend plump die Sprüche und derb die Gewalt. „Huntdown“ geizt weder mit Blut, noch mit Anspielungen auf diverse Klassiker, und gibt sich auch in spielerischer Hinsicht weitestgehend traditionell.

Geschossen wird immer nur in Blickrichtung, Salven nach oben oder unten sind also nicht möglich. Fürs Genre ungewöhnlich ist indes der Kniff, hinter Kisten oder in Hauseingängen in Deckung gehen zu können. Auf höheren Schwierigkeitsgraden ist dies sogar absolut spielentscheiden. Und ist mal keine Deckung zur Hand, weicht ihr mit einem schnellen Dash aus oder rutscht lässig auf euren Knien durchs Feindesfeuer.

Im Laufe des Spieles findet ihr unzählige Waffen, von denen ihr immer eine neben dem Standardarsenal mit euch führen könnt, bis die Munition alle ist oder die Waffe bricht. Bis zum letzten Level kommen immer neue Krachmacher dazu, wobei die Auswahl vom simplen Stahlrohr über Sturm- und Maschinengewehre, bis hin zu Raketenwerfern, Panzergeschützen und Laserblastern reicht.

Doch auch die gegnerischen Gangs rüsten im Verlaufe des Spieles immer weiter auf. Wagt die erste Punk-Gang, die Hoodlum Dolls, noch vergleichsweise lächerliche Versuche, euch mit Messern und Pistolen zur Strecke zu bringen, bekommt ihr es bei den im Untergrund heimischen Misconducts schon mit Hockeyschläger schwingenden Irren auf Rollschuhen zu tun. Die Rocker der Heatseeker fahren im Industriekomplex indes schon Jetpacks auf, bis euch schließlich die No.1 Suspects im Stadtzentrum mit Katanas und Wurfsternen ans Leder wollen.

Die Level sind dabei genauso abwechslungsreich gestaltet wie das Feindesvolk, die Endbosse schießen aber den Vogel ab. Derer gibt es nämlich ganze 20 Stück, die alle mit eigener Persönlichkeit, speziellen Angriffsmustern und teils sogar mehreren Kampfphasen unterschiedliche Strategien erfordern.

Ihr stellt euch einem bulligen Wrestler im Ring, legt euch mit einem Sprüche klopfenden Elvis-Verschnitt an, zerlegt auf dem Highway einen ganzen Truck, bändigt eine Riesenschlange und, und, und. Was hier an Kreativität in die Gestaltung geflossen ist, hätte locker für mehrere Spiele gereicht.

Dabei bleibt „Huntdown“ mit vielen Rücksetzungspunkten, an denen sogar eure Energie aufgefüllt wird, stets fair und richtet sich mit seinen drei Schwierigkeitsgraden ebenso an Anfänger wie an Profis. Und wird es doch mal zu knackig, schnappt euch einfach einen Kumpel und zerlegt die Stadt im Couch-Koop.

Wenn ihr ganz besonders motiviert seid, könnt ihr für jeden Level außerdem die Aufgaben erfüllen, sämtliche Standardgegner zu killen, jeweils drei Beutekoffer aufzuspüren, beziehungsweise flüchtenden Kurieren abzuluchsen sowie den Durchlauf zu schaffen, ohne ein Leben zu verlieren.

Zudem gibt es ein paar besonders gut versteckte Easter Eggs, die Kindern der 80ern garantiert ein Lächeln aufs Gesicht zaubern werden.