Das ist gut/schlecht:

Je nach gewählter Schwierigkeit steht euch eine bestimmte Anzahl von Leben zur Verfügung. Werdet ihr auch nur ein einziges Mal getroffen, haucht ihr eines davon aus und macht direkt dort weiter, wo ihr gestorben seid. Ist der Vorrat verbraucht, müsst den jeweiligen Level-Abschnitt ganz von vorne starten. Und das wird sehr häufig geschehen, denn die Gegner stürmen von allen Seiten auf euch ein, so dass ihr nirgendwo sicher seid. Gute Reflexe sowie eine genaue Kenntnis des Levels und der Feindplatzierung sind unabdingbar, wenn ihr euch mit einem beruhigenden Lebens-Polster dem Boss stellen wollt, dessen Angriffsmuster zu durchschauen und zu erlernen ja auch so seine Zeit kostet.

Um euch eurer Haut zu erwehren, steht euch stets das Standardgewehr zur Verfügung, das bereits über ordentlich Power und eine hohe Schussfrequenz verfügt. Geschossen wird ganz oldschool in acht Richtungen. In Containern findet ihr drei weitere Waffen mit unterschiedlicher strategischer Ausrichtung, zwischen denen ihr jederzeit frei wählen könnt, solange sich diese in eurem Besitz befinden.

Die Energiepeitsche hat eine geringe Reichweite, macht dafür jedoch an Ort und Stelle gewaltigen Dauerschaden. Der Granatwerfer hingegen ist zwar lahm, kann Schwachpunkte des Gegners aber mit präzise platzieren Explosionen knacken, während sich der Laser aufladen lässt, um anschließend für mehrere Sekunden eine gleißende Lichtlanze über den Bildschirm zu jagen.

Dazu findet ihr noch Unterstützungsbots, die euch entweder zwei Treffer wegstecken lassen, die Geschwindigkeit eurer Figur erhöhen oder eure Feuerkraft verdoppeln. Sterbt ihr, sind die Extrawaffe, die ihr gerade in Händen haltet, und auch euer Helferlein wieder futsch. Überlegt euch also gut, in welcher Situation ihr welches Arsenal benutzt, um bei der finalen Konfrontation mit dem Boss nicht nackt dazustehen. Zwischendurch steuert ihr zudem immer mal wieder einen durchschlagskräftigen Mech oder seid auf einem Sci-Fi-Motorrad unterwegs.

Klingt nach „Contra/Probotector“ und ist es auch. Lediglich die Smartbombs haben wir vermisst. Dafür steht euch eine Ausweichrolle zur Verfügung, die wir aufgrund der etwas unglücklichen Steuerung jedoch auch mehrmals versehentlich ausgeführt haben und in den Tod kugelten. Dass der Nahkampfangriff zudem automatisch die Schusswaffe ersetzt, wenn uns ein Gegner zu nahe kommt, empfanden wir gerade in hektischen Situationen als eher suboptimal. Dabei gäbe es doch für alle Manöver genügend Knöpfe auf dem Pad. Eine frei belegbare Steuerung aber wird leider nicht angeboten.

Die herrlichen Pixelgemälde, die euch „Blazing Chrome“ präsentiert, trösten aber angemessen über diese kleinen Ärgernisse hinweg. Die Optik mag dabei zwar ordentlich Retro-Charme versprühen, allerdings hätte keine Konsole der damaligen Zeit ein solches Effektfeuerwerk abfeuern können. Insofern haben wir es technisch durchaus mit einen modernen (Indie-)Titel zu tun, der sich stilistisch an der goldenen Ära der Videospiele orientiert.

Leider ist der Gunner mit lediglich sechs Levels recht kurz ausgefallen, fordert nach einmaligen Durchspielen auf der Standardschwierigkeit aber mit einem Hardcoremodus, der dem Geist der 90er mit noch weniger Leben und begrenzten Credits zum Wiedereinstieg, endgültig zu neuem Leben erweckt. Spätestens hier werden sich alteingesessene Zocker fragen, wie zur Hölle sie so was damals überhaupt hinbekommen haben.

„Blazing Chrome“ serviert euch fordernde Action-Kost, die dem goldenen Zeitalter der Videospiele mit feiner Pixel-Optik und unverhohlener Hingabe zu Run-’n’-Gun-Klassikern der 16-Bit-Ära huldigt. Kurz, knackig und auf den Punkt! Genau wie früher, nur eben etwas hübscher.

„Blazing Chrome“ ist für Playstation 4, Xbox One, Nintendo Switch und PC erhältlich.