Nachdem wir uns auf der letztjährigen Gamescom eine ersten Eindruck vom Action-RPGs „Biomutant“ verschaffen durften, zeigten wir uns beeindruckt ob der Ambitionen und der vielen kreativen Ideen des für ein Open-World-Spiel erstaunlich kleinen Entwicklerteams. Nur allzu gerne statten wir den Mannen von Experiment 101 von daher auch in diesem Jahr einen Besuch ab, um uns über den aktuellen Stand der Dinge zu informieren. Und so wie es aussieht, polieren die Schweden da gerade eine wahre Spielperle, die hoffentlich nicht mehr lange bloß als „Geheim“tipp firmiert.

In einer rund acht Quadratkilometer großen postapokalyptischen Welt, in welcher die Natur ihr Herrscherrecht zurückgefordert hat, geht ihr mit einem selbstgestalteten Tier-Krieger in Third-Person-Perpektive auf Reisen. Dabei seid ihr nicht auf eine spezielle Gattung angewiesen, sondern könnt aus diversen DNA-Strängen ein Mischwesen kreieren, dessen von euch gewählte Fähigkeiten und Attribute weitere Auswirkungen auf den Körperbau haben. Wollt ihr zum Beispiel einen ganz besonders schlauen Charakter, wird dessen Kopf mit jeden Intelligenzpunkt weiter anwachsen, soll er widerstandsfähiger werden, wird er dicker.

Nachdem wir im letzten Jahr dem denkwürdigen Kampf gegen einen dicken Gegner-Brocken beiwohnen durften, führte man uns diesmal eine märchenhaft bunte und wunderschön gestaltete offene Welt vor, in deren Mitte der Baum des Lebens prangt. Diesen gilt es im Laufe des Spieles entweder zu retten oder zu vernichten, je nachdem ob ihr euch für eine gute oder schlechte Gesinnung entscheidet.

Diese Wahl spiegelt sich auch in der Zugehörigkeit zu einer der sechs Fraktionen im Spiel wieder, die euch jeweils Zugang zu unterschiedlichen Missionen und Ausrüstungsgegenständen verschaffen. Je nach Spielstil könnt ihr versuchen, die Völker zu einen oder die Außenposten der Fraktionen angreifen, um einen hausgemachten Stammeskrieg anzuzetteln. Gekämpft wird dabei mit einer Mischung aus Nah- und Fernkampfwaffen, garniert mit Elementeffekten und Finishing Moves.

Doch egal, wie ihr euch entscheidet, gleich bleibt stets, dass am Ende der Wurzeln des Lebensbaumes richtig dicke und äußerst originell designte Bosse auf euch warten, die zu besiegen eine spezielle Taktik und entsprechende Vorbereitung erfordert. Für so einen Unterwasserboss braucht man schließlich erst mal ein U-Boot.

Derlei Fortbewegungsmittel gibt es übrigens diverse. Ob nur ganz klassisch auf dem Rücken eines Reittieres, martialisch am Steuer eines putzigen Teddy-Mechs, hoch in den Lüften an Bord eines Heißluftballons, oder in einer laufenden Metall-Hand sitzend, alles wirkt – und das gilt auch für Waffen und Rüstung – improvisiert und selber zusammengebastelt. Wie ausführlich und komplex sich das Crafting-System am Ende gestalten wird, konnten wir der Demo jedoch noch nicht entlocken.

Schön finden wir den Ansatz, die Map nicht mit aufzudeckenden Fragezeichen pflastern zu wollen, sondern den Spieler die Welt auf eigene Faust entdecken zu lassen. Jene soll für neugierige Forschernaturen auch abseits der Hauptstory Abenteuer bereithalten, die weit denkwürdiger sind, als das Öffnen tausender Kisten. Wir sind gespannt, ob das fertige Spiel den zunehmend hohen Erwartungen am Ende auch wird gerecht werden können, freuen uns aber jetzt schon tierisch darauf herauszufinden, was in „Biomutant“ denn eigentlich mit den Menschen passiert ist. Hoffen wir, dass der fürs Frühjahr 2020 angepeilte Release nicht abermals verschoben wird.

Biomutant erscheint voraussichtlich im Frühjahr 2020 für PlayStation 4, Xbox One und  Microsoft Windows.