Das ist gut:

Einer der vielen Gründe, weshalb die „Call of Duty“-Macher ihre Solo-Kampagne wegrationalisierten, war sicherlich die ewige Schelte ob des dezent stupiden, schlauchigen Aufbaus der Level. Die Macher von DICE umgehen dieses Problem ganz einfach, indem sie dem Spieler angenehm weitläufige Areale präsentieren, die den Lösungsweg nicht wie mit einem Tacker an eure Stirn nageln.

Wer mag, spielt den Briten Billy Bridger – ein verurteilter Verbrecher, der von der Royal Navy rekrutiert auf Straffreiheit hofft – als Meuchler auf leisen Pfoten, der deutsche Treibstoffdepots mit heimlich platzierten Sprengsätzen versieht. Oder aber ihr krallt euch eine Stuka und jagt alles auf der Luft in selbige. Vom heißen Nordafrika geht die Reise dann ins frostige Skandinavien.

Dort erleben wir in der Rolle einer norwegischen Rebellin heiße Abfahrten auf Skiern, klaustrophobische Bunker und eine spannende, auf wahren Ereignissen basierende Geschichte. Zu guter Letzt kämpfen wir noch an der Front in der Provence und fühlen uns nach gut sieben bis acht Stunden Solo-Spielzeit nicht nur äußerst gut unterhalten, sondern auch fit für zünftige Online-Gefechte.

Was das betrifft, genoss die „Battlefield“-Reihe aufgrund des vergleichsweise hohen taktischen Anspruches schon immer einen guten Ruf unter Spielern, die Wert auf gezieltes Teamplay legen. Teil V fühlt sich dem nicht nur verpflichtet, sondern liefert glatt die womöglich beste Multiplayer-Erfahrung bislang ab. Dies ist einigen klugen Veränderungen im Gameplay geschuldet, die ganz klar auf ein planvolles Miteinander abzielen.

So stehen euch nach einem Respawn lediglich jeweils zwei Magazine für eure Waffen zur Verfügung. Nachschub gibt es nur an Munitionslagern oder bei einem Mitspieler, der für die Versorgung zuständig ist. Der Medic versorgt indes angeschlagene Soldaten mit Medikits, da sich die Lebensenergie nur im geringen Maße von alleine regeneriert. Des Weiteren könnt ihr nach eurem Ableben das Spielgeschehen nun auch aus der Perspektive eurer Squad-Kollegen verfolgen und so euren Respawn den Erfordernissen entsprechend planen.

Die Karten machen dabei dank der potenten Frostbite Engine nicht nur optisch einiges her, sie lassen sich auch effektvoll zerlegen und sind dazu noch clever und äußerst kompetent designt. Dazu gehört, dass nun sämtliche Klassen an bestimmten Stellen mit Sandsäcken oder Stacheldraht Barrieren errichten dürfen. Versorger heben gar Schützengräben aus oder platzieren Panzersperren.

Dazu passt, dass die Beweglichkeit erhöht wurde. Zwar dürft ihr hier logischerweise keine Jet-Packs erwarten, dafür aber nun auch auf dem Rücken herumrobben, was erstaunlich nützlich ist! Ein ganz dickes Lob gibt es abschließend noch für den Verzicht auf Loot-Boxen und die Entscheidung, sämtliche kommenden Zusatzinhalte allen Spielern kostenlos zur Verfügung zu stellen. Micro-Transaktionen stehen lediglich für rein kosmetische Zwecke zur Verfügung. Genau so muss das!