Man kann über kostenpflichtige DLCs schimpfen, wie man will, sie erweitern die Halbwertszeit eines Spieles mitunter enorm. Erst recht wenn es sich dabei um einen Online-Shooter handelt. Denn selbst an einem grandiosen ‘Battlefield 1’ hat sich die treue und große Spielergemeinde irgendwann sattgesehen. Doch mit der ersten von vier geplanten großen Erweiterungen sollen die ‘Battlefield 1’ Server nun endlich wieder zum Glühen gebracht werden. Und soweit wir das nach einer mehrstündigen Anspielsession bei DICE in Stockholm beurteilen können, hat ‘They Shall not Pass’ absolut das Zeug dazu!

Darum geht's:

Im Zuge der Erweiterung greift die französische Armee in den Ersten Weltkrieg ein und führt dazu vier neue Maps, zwei Operationen, sechs eigene Waffen, eine frische Eliteklasse, den St. Chamond Panzer sowie den ehrfurchtgebietenden Behemoth-Tank Char 2C in die Schlacht. Des Weiteren dürft ihr in einem neuen Spielmodus namens „Frontlines“ ran, der im Kern eine Mischung aus Eroberung und Rush darstellt. ‘They shall not Pass’ kostet euch 15 Euro und steht für Premium-Pass-Besitzer ab sofort zum Download bereit. Alle anderen müssen sich noch bis zum 28. März gedulden.

Das ist gut:

Während die neuen Karten „Verdun-Höhen“ und „Fort Vaux“ ihren Fokus ganz klar auf enge und verwinkelte Infanterieschlachten legen, dürften Lauffaule sich auf „Soissons“ und „Bruch“ hinters Steuerrad oder Lenkknüppel diverser Fahr- und Flugzeuge klemmen und sich in den weitläufigen Arealen gepfefferte Materialschlachten liefern. Optisch wird dabei gewohnt erstklassige ‘Battlefield 1’-Kost geboten. Ganz besonders gefallen haben uns aber die fast schon zynisch anmutende Verträumtheit der von rotem Klatschmohn überwucherten Schützengräben auf der „Bruch“-Map sowie der brennende Wald, welcher die von Gräben und Gängen durchzogenen „Verdun-Höhlen“ in dichten Nebel taucht. Blöd für Scharfschützen und zwangsläufig chaotisch, aber dadurch auch äußerst intensiv!

In den neuen Operationen „Devil’s Anvil“ und „Jenseits der Marne“ werden jeweils zwei der neuen Lokalitäten zu kartenübergreifenden Schlachten verknüpft. Die Formel geht wie gewohnt auf, jedoch hatten wir den Eindruck, dass speziell zum Ende hin die Verteidiger aufgrund des flaschenhalsartigen Aufbaus einiger Maps im Vorteil waren.

Der neue Spielmodus „Frontlines“ hingegen steht und fällt ganz klar mit dem Können der aufeinandertreffenden Teams, und kann ebenso bereits nach wenigen Minuten vorbei sein, wie in einem maximal 45-minütigen Hin und Her ausarten. Denn während es zunächst ganz „Eroberung-like“ gilt, Punkte auf der Karte einzunehmen, müsst ihr dann auch noch zwei Telegrafenmasten des zurückgedrängten Feindes zerstören. Geht dieser finale Vorstoß, für den nur 40 Respawn-Tickets zur Verfügung stehen, jedoch daneben, beginnt der Spaß von vorne.

Spaß hatten wir auch in den neuen Panzern, insbesondere im mächtigen, wenn auch behäbigen Behemoth. Die neuen Schießprügel und Nahkampfwaffen sind indes zwar durchaus willkommen, hatten jedoch nicht das Zeug dazu, uns unsere bisherigen Favoriten abspenstig zu machen.

Das ist schlecht:

Ob einem die gebotenen Inhalte 15 Euro wert sind, muss wohl jeder für sich entscheiden. Zwar ist der Preis durchaus amtlich, dafür wird euch aber auch äußerst hochwertige Kost geboten, die sowohl technisch als auch inhaltlich dem hohen Battlefield-Qualitätsstandard entspricht. Aber genau das ist eben auch gewissermaßen die Krux. Denn letztlich bietet ‘They shall not Pass’ einfach nur mehr von dem, was man schon kennt. ‘Battlefield 1’ ohne Wenn und Aber. Wirkliche Neuerungen dürft ihr entsprechend nicht erwarten. Doch es kommen ja noch drei Erweiterungen, bei denen die Macher dann hoffentlich etwas mehr Mut beweisen.

Endlich Nachschub! Die erste große Erweiterung zu ‘Battlefield 1’ überzeugt sowohl technisch als auch inhaltlich auf ganzer (Front)Linie. ‘They shall not Pass’ setzt zwar keine wirklich neuen Akzente, hält dafür aber qualitativ locker mit dem hohen Niveau des Hauptspiels mit und wird müde gewordene Soldaten garantiert in Scharen zurück aufs Schlachtfeld treiben.