Nach zwei fantastischen Arkham-Spielen, die zweifelsohne zu den besten Comicumsetzungen im Videospielsektor gehören, dreht der nachtaktive Flattermann nun eine dritte Runde. An sich ein Grund zur Freude, doch als bekannt wurde, dass mit Warner Bros. Games Montréal fortan ein anderer Entwickler die Flugrichtung vorgibt, war die Skepsis groß. Aber wir verraten lesefaulen Fledermäusen jetzt schon mal: Die Herrschaften haben das Erbe der Rocksteady Studios gut angelegt!

Darum geht's:

Da in den Vorgängern ja nun so ziemlich alle Schurken aus dem Batman-Universum verprügelt worden sind, dreht Origins die Zeit einfach etwas zurück, und präsentiert uns einen jungen, ungestümen Bruce Wayne. Zwar ist der dunkle Ritter zu diesem Zeitpunkt noch nicht von der Unterwelt gefürchtet, geschweige denn von der Obrigkeit als Vigilant anerkannt, doch es reicht zumindest, dass Black Mask ein stattliches Kopfgeld auf die Tötung von Batman aussetzt. Eine wilde Hetzjagd entbrennt, während derer sich die Fledermaus nicht nur mit acht Killern auseinandersetzen muss, sondern auch mit – zumindest für den Spieler – alten Bekannten.

Das gefällt uns:

Wie eingangs erwähnt, hat Warner Bros. Games Montréal die vorgegebene Serien-Route nicht verlassen, sondern einfach breiter gemacht. Die frei zu durchstreifende Welt ist nun doppelt so groß, und bietet mit den unterschiedlichen Distrikten Gothams somit auch mehr optische Abwechslung.
Neben der Story, die gut 10 Stunden in Anspruch nimmt, können wir in der Stadt zig Nebenquests aufspüren, einen ganzen Schwung Riddler-Rätsel lösen und quasi im Vorbeiflug Verbrechen vereiteln, was die Spielzeit für den geneigten Zocker mehr als verdoppelt. Die Free-Flow-Prügeleien gehen wie gewohnt flüssig von der Hand, und auch die aufladbaren Schock-Handschuhe fügen sich als neues Gadget prima ein. Wer dagegen lieber den Leisetreter mimt, spannt per Fernlenkkralle Seile, um so seinen Aktionsradius für Attacken aus dem Schutz der Dunkelheit heraus zu erweitern.
Business as usual, sicherlich. Da liegt der Verdacht nahe, dass auch die Geschichte vorhersehbar daherkommt. Doch tatsächlich haben die Macher das Kunststück vollbracht, den Spieler mit einer überraschenden und wendungsreichen Erzählung bei der Stange zu halten, die für so manchen Aha-Moment gut ist. Lobenswert!

Das ist schlecht:

So sehr das routinierte Abspulen etablierter Spielaspekte die Fans beruhigen dürfte, muss man den Entwicklern dagegen auch ein gewisses Maß an Mutlosigkeit vorwerfen. Der Evolutionsschritt zwischen Arkham Asylum und Arkham City war da deutlich größer. Selbiges gilt für die Grafik. Und doch sieht diese nach wie vor großartig aus, und das Spiel macht einfach Spaß, was die Kritik als solche relativiert.
Fans der englischen Synchro müssen diesmal übrigens auf so manch gewohnten Sprecher verzichten. Das fängt bei Batman höchstpersönlich an und hört beim Joker auf, der nun leider nicht mehr vom großartigen Mark Hamill vertont wird. Schade drum.

Routinierte Fortsetzung der Arkham-Reihe, die durch einen Sprung in die Vergangenheit des dunklen Ritters so manchen Bösewicht wieder aufleben lässt. Warner Bros. Games Montréal geht keine Risiken ein und verknüpft die Stärken der Serie zu einem größeren Ganzen, das Fans mehr als zufrieden stellen sollte, die bis auf ein paar neue Gadgets keine Innovation erwarten.