Natürlich freuen wir uns darüber, endlich den neuesten Teil der Batman Arkham-Reihe in Händen halten und spielen zu können. Immerhin haben wir ja lange genug mit wachsender Begeisterung darüber berichtet. Und doch schleicht sich eine gewisse Wehmut ein, immerhin stellt Arkham Knight das Finale einer furiosen Trilogie dar, die im Bereich der Comicumsetzungen ihresgleichen sucht. Aber gut, noch haben wir ja so einige Stunden an der Seite des dunklen Ritters. Genießen wir also die Zeit, die uns noch bleibt.

Darum geht's:

Der Friede, der nach dem Tod des Jokers im Gotham City eingekehrt war, währte nur von kurzer Dauer. Unter der Führung von Scarecrow schlossen sich die immer noch zahlreichen Superschurken wie der Pinguin, Two-Face, Harkley Quinn und der eigens fürs Spiel entworfene, namensgebende Arkham Knight zusammen, um gemeinsam einen Plan zu schmieden, der die Ermordung des Flattermannes zum Ziel hat. Schritt eins: Die gesamte Stadt ins Chaos stürzen. Und so wird die Bevölkerung angesichts eines drohenden Angriffes mit chemischen Waffen evakuiert, womit die Schreiber abermals einen Grund dafür gefunden haben, dass wir im Spiel außerhalb von entsprechenden Missionen nicht auf Zivilisten treffen. Das ist wohl aber auch ganz gut so, denn ansonsten würden sicherlich viele Unschuldige unter den Rädern des besten Kumpels von Batman enden: dem Batmobil!

Das ist gut:

Der Ableger Arkham Origins war zweifelsohne ein ordentliches Spiel, und bestens dafür geeignet sich die Zeit zu vertreiben, doch man merkt Arkham Knight einfach an, dass mit Rocksteady hier wieder die wahren Eltern am Werk waren. Die Detailverliebtheit ist nicht nur in technischer Hinsicht beeindruckend, sondern auch in Sachen Nerdfaktor, wenn man es denn so nennen mag. Comicfans werden an allen Ecken und Enden der Spielwelt Eastereggs und Anlehnungen an das DC-Universum finden. Und Gotham City ist groß! Da uns nunmehr die gesamte Stadt offen steht, dürfen wir uns auf einem Spielplatz austoben, der fünfmal so groß ist, wie das Openair-Gefängnis des Vorgängers. Entsprechend viel gibt es zu tun. Abgesehen von den charakterspezifischen Nebenmissionen haben es auch die ebenso beliebten wie knackigen Herausforderungen des Riddlers mit ins Spiel geschafft, wodurch sich Kenner der Vorgänger sofort wieder heimisch fühlen. Das Bewegungsrepertoire wurde behutsam, aber sinnvoll erweitert, sodass wir nun noch dynamischer durch die Nacht flattern, was angesichts der größeren Distanzen auch dringend nötig ist. Bei den Massenkeilereien setzt man abermals auf das bewährte Free-Flow-Kampfsystem, welches durch Team-Manöver, wenn KI-Kollegen wie Robin oder Catwoman an unserer Seite kämpfen, sowie mächtige Multi-Takedows angereichert wurde. Alles beim Alten also? Ja schon irgendwie, aber angesichts eines so unverwüstlichen Spielprinzips ist das in dem Falle nichts Schlimmes. Sicherlich hätte kein Fan der Reihe beim Sprung auf die Next-Gen-Konsolen eine Verschlimmbesserung des Gameplays akzeptiert. Dennoch ist es vielleicht ganz gut, dass es mit Arkham Knight endet. Denn der dunkle Ritter hat definitiv keine Ausschlachtung im Assassin's-Creed-Stil verdient!

Und wo wir gerade bei Next-Gen sind: Die dank der Power der neuen Konsolen deutlich aufgebohrte Grafik sieht fantastisch aus, und erzeugt dadurch eine noch sehr viel dichtere Atmosphäre, als sie in den in dieser Hinsicht ohnehin schon grandiosen Vorgängern möglich war. Es ist schon irre, wenn man gleich zu Beginn auf einem Vorsprung kauernd auf das weitläufige und unglaublich detaillierte Gotham herabblickt. Gänsehautmoment Nummer eins! Während unseres Tests konnten wir dabei keine Unterschiede zwischen der Xbox One und Playstation 4-Version ausmachen.
Und das Batmobil, von dem im Zusammenhang mit Arkham Knight immer geredet wird? Der frühe Auftritt von dem Teil ist schon echt geil in Szene gesetzt und führte in unserer Redaktion zu spontanem Applaus. Gänsehautmoment Nummer Zwei! Das vorhin erwähnte erprobte Spielprinzip gestaltet sich durch die Sequenzen, in denen man sich mit dem zum Panzer transformierten Gefährt gegen bewaffnete Drohnen zur Wehr setzen muss oder in wilden Verfolgungsjagden durch die Stadt hetzt tatsächlich abwechslungsreicher. Auch in den Faustkampf lässt es sich einbinden und doch bleibt ein etwas bitterer Nachgeschmack, denn …

Das ist schlecht:

… gerade die größte und populärste Neuerung ist auch die Achillesferse eines ansonsten nahezu perfekten Spieles. Im Rennmodus steuert sich das wuchtige Gefährt nämlich alles andere als intuitiv, was so manch einen Wutausbruch auf der anderen Seite des Bildschirmes zur Folge hat. Mit ein bisschen Übung bekommt man zwar auch das in den Griff – doch fühlt es sich auch nach Stunden noch wie ein Makel an. Wohl dem, der im Optionsmenü die alternative Steuerung aktiviert, die dem eines gewohnten Rennspieles sehr viel näher kommt und den Panzer-Modus auf Knopfdruck arretiert.
Ach ja, und herauszufinden, wer hinter der Maske des Arkham Knights steckt, sollte Kenner der Materie vor keine allzu große Probe stellen, aber wir verraten hier natürlich nichts.

Ein würdiges Finale und ganz klar das Action-Highlight des Sommers! Der Abschluss der grandiosen Arkham-Reihe wird dem Erbe des dunklen Ritters mehr als gerecht und Fans das eine oder andere Mal die Tränen in die Augen treiben. Das etwas störrische Batmobil trübt den famosen Gesamteindruck dabei nur wenig.