Das ist gut/schlecht:

Dies herauszufinden ist in rund 5 bis 7 packenden Stunden eure Aufgabe. Das, und defekte Systeme mittels diverser Rätseleinlagen wieder in Gang zu bringen. Im Gegensatz zu den meisten Vertretern, der vornehmlich von einem narrativen Fokus getriebenen Horror-Games, beschränkt sich „Moons of Madness“ nämlich nicht darauf, ein reiner Walking-Simulator zu sein.

Auf dem Weg zum nächsten Plotpoint wollen unter anderem Satellitenschüsseln ausgerichtet, Schaltkreise umgeleitet und ein Wasseraufbereitungssystem wieder zusammengesetzt werden. Bei Außeneinsätzen müssen wir auf unseren Sauerstoffvorrat achten und auch eine Fluchtsequenz vor einer Monstrosität steht ebenso auf dem Programm wie eine kurze Schleichanlage.

Auf diese Art und Weise gelingt es den Machern, dass zu keinem Zeitpunkt Langeweile aufkommt und die Aufmerksamkeit des Spielers stets hoch bleibt. Dies ist freilich auch der durchweg dichten Atmosphäre zu verdanken, die „Moons of Madness“ wie ein Zelt über den Spieler spannt, aus dem er erst hervorkriecht, wenn es vorbei ist. Tatsächlich haben wir das Spiel in einem Rutsch gezockt, und dabei sogar noch interessiert Computer nach E-Mails durchforstet, um mehr über die Hintergründe zu erfahren, ohne die man die Ereignisse nur schwer einordnen kann.

Denn auch wenn es ein wenig Eigeninitiative erfordert, ist die Story trotz einer gewissen Vorhersehbarkeit die große Stärke des Spieles. Die Einflüsse des Lovecraft’schen Mythos der „Großen Alten“ sind dem gepflegten Grusel wie stets äußerst dienlich, ohne dabei über alle Maßen strapaziert zu werden.

Die Hoffnungslosigkeit, einer grauenhaften Entität ausgeliefert zu sein, die sich dem menschlichen Verstand entzieht, wird mit zunehmenden Spielverlauf immer spürbarer, während sich der im Schatten lauernde Wahnsinn näher und näher an uns heranpirscht. Das Setting der Isolation auf einem toten Planeten, 228 Millionen Kilometer von Zuhause entfernt, trägt schließlich nicht unwesentlich seinen Teil dazu bei, der bedrückenden Inszenierung einen Deckel aufzusetzen.

Die gut besetzen Sprecher transportieren die Stimmung äußerst gelungen, leider hat es für eine deutsche Synchro aber nicht gereicht. Abhilfe schaffen da zwar Untertitel, deren Übersetzung aber leider von Fehlern durchsetzt ist. So wird das englische „Enter“, als Interaktionssymbol bei einer Luke, fälschlicherweise mit „Eingeben“ übersetzt. Nur eine von vielen Stellen, an denen auffällt, dass hier nicht sauber gearbeitet wurde.

Die Grafik geht indes in Ordnung, mit einem AAA-Effektfeuerwerk darf aber natürlich nicht gerechnet werden. Mal abgesehen davon, dass dem Titel das Setting in dieser Hinsicht sehr zugutekommt. Denn was will man auf dem Mars schon groß an optischer Abwechslung erwarten? Dennoch soll hier nicht unerwähnt bleiben, dass wir diesbezüglich das eine oder andere Mal dann doch positiv überrascht wurden. Aber wie gesagt: Wir wollen hier nicht zu viel verraten.

Gelungener Sci-Fi-Thriller mit Lovecraft’schem Gruselfaktor. „Moons of Madness“ hält die Aufmerksamkeit des Spielers dank seines guten Erzähltempos, der dichten Atmosphäre sowie den immer wieder eingestreuten Rätseleinlagen durchweg hoch, und bleibt damit über die gesamte Spieldauer hinweg spannend. Freunde des gepflegten psychologischen Horrors, die nicht immer nur den AAA-Bombast suchen, sind hier also genau richtig.

„Moons of Madness“ ist für Playstation 4, Xbox One und PC erhältlich.