Das ist gut:

Als wäre die Prämisse der Zusammenarbeit zwischen Spieler und Figur in VR nicht schon spaßig genug, ist den Machern von „Astro Bot Rescue Mission“ auch sonst ein kleines Meisterwerk gelungen, das vor Kreativität, guter Laune und Charme nur so sprüht. Zwar seid ihr, was die Schwierigkeit betrifft, meist in warmen Wohlfühlgewässern unterwegs, die Art und Weise, wie immer wieder neuen geniale Elemente via Pad-Aufsatz ins Spiel gebracht werden und sämtliche Mechaniken mit einer verblüffenden Leichtigkeit ineinandergreifen, unterhält jedoch von der ersten bis zur letzten Stunde.

Dabei spielt natürlich auch die äußerst humorvolle und herzallerliebste Inszenierung eine nicht unwesentliche Rolle. Entdeckt ihr den einen Roboter noch zitternd vor Angst und Kälte in einer versteckten Höhle, chillt ein anderer ganz ungeniert am Strand und lässt es sich beim Sonnenbad gutgehen. An allen Ecken und Enden lassen sich derlei putzigen Details entdecken, denen anzumerken ist, wie viel Herzblut die Entwickler in ihr Werk haben fließen lassen.

Die Einbindung des Spielers in die virtuelle Welt gelingt trotz der vermeintlich fixen Position aufs Vorbildlichste. Wollt ihr alles entdecken, werdet ihr nicht umhinkommen, euch auch mal aus dem Sessel zu erheben, um unter oder um die Levelaufbauten herum zu blicken. Und da ihr euch ansonsten wie auf Schienen nach und nach voran bewegt, spendiert euch die Regie dabei stets den optimalen Logenplatz, mit einem immer wieder anderen Blick aufs Geschehen.

Jenes präsentiert sich auch technisch von seiner besten Seite und brilliert mit tollen Animationen, schicken Lichteffekte und klaren, detaillierten Texturen. Speziell in den Kämpfen mit den Endgegnern, wie zum Beispiel einem gigantischen Gorilla, kommen auch die Größenverhältnisse wunderbar zum Tragen. Schlecht wurde uns beim Spielen zudem nie. Ein weiterer Vorteil der fixen Position.

Generell umschiffen die Macher gekonnt die üblichen Macken des Mediums mit technischem  Können und inhaltlichem Witz – was man in einem Spiel, in dem nicht ein Wort gesprochen wird, auch erst mal hinbekommen muss – und lassen es sich auch nicht nehmen, uns selbst während der Ladezeiten zu unterhalten. Wer sich in den Levels ganz besonders genau umschaut, entdeckt zudem immer mal wieder ein Chamäleon, welches Zugang zu ganz besonders kniffligen Herausforderungs-Abschnitten gewährt.

Alles zusammengenommen mag man fast schon Vergleiche zu den ehrwürdigen Mario-Titeln ziehen. Zwar ist „Astro Bot“ nicht mit der Perfektion eines Miyamoto-Hüpfers gesegnet, doch die Faszination beim Spielen ließ uns durchaus an selige „Mario 64“-Tage denken, als wir staunend die seinerzeit noch neuartige 3-D-Welt erforschten. Und was „Astro Bot“ an Genialität fehlt, macht es mit dem unerhörten Charme und nicht zuletzt der fantastischen Immersion wett, die so nun mal nur VR bietet.