Das ist gut:

Wo Platinum Games drinsteht, ist auch Platinum Games drin! „Astral Chain“ präsentiert sich von der ersten Minute an als furios inszeniertes Action-Gemälde, das ihr in der üblichen Third-Person-Perspektive bespielt. Dabei steuert ihr allerdings nicht nur euren wahlweise männlichen oder weiblichen Scifi-Cop, sondern auch noch dessen Legion, derer ihr im Laufe des Spieles ganzer fünf habhaft werdet. Jede Legion verfügt dabei über unterschiedliche Stärken und Fähigkeiten, sodass ihr je nach Situation wechselt. Die Schwertlegion im Nahkampf, die Bogenlegion für den Fernkampf, das Prinzip dahinter ist hinlänglich bekannt.

Der Clou dabei ist allerdings die namensgebende Astralkette, die euch mit eurem dämonischen Haustier verbindet. Schickt ihr eure Legion einen Feind entgegen, attackiert sie selbständig, so dass ihr in Ruhe euerseits mit Schlagstock und Schusswaffe Argumente mit der Gegenseite austauschen könnt. Darüber hinaus könnt ihr die Legion bei Bedarf direkt lenken und somit die Kette gezielt um Gegner schlingen, die daraufhin kurzzeitig gefesselt sind. Oder aber ihr spannt das Teil, um einem heranstürmenden Gegner eine Falle zu stellen, und ihn wie beim Wrestling mit einer Clothesline zu stoppen.

Diese Grundzutaten würzen die Macher noch mit Kombos, der Möglichkeit, durch gezieltes Ausweichen die Zeit zu verlangsamen, einem Cooldown-System für die Legionen und mit gefundenen Fähigkeitencodes freizuschaltenden aktiven und passiven Skills. Das alles fügt sich zu einem Kampfsystem zusammen, dass vielleicht nicht sofort verstanden ist, dafür aber euren Lernwillen belohnt. Das Spiel führt euch behutsam an eure Möglichkeiten heran, und verfügt ihr mit allen fünf Legionen erst über die volle Bandbreite eurer Möglichkeiten, kommt in den Gefechten gehörig Laune auf.

Eure unfreiwilligen Helferlein sind aber auch außerhalb der Kämpfe äußerst nützlich. Schickt sie auf ansonsten unerreichbare Plattformen, um euch an der Kette dann hinterher zu schwingen, lasst sie Items für euch ausbuddeln oder belauscht gar verdächtige Personen. Normale Menschen können die Chimären nämlich nicht sehen, weshalb sie beim Lösen diverser Fälle äußerst nützlich sind.

Der investigative Polizeialltag spielt in Astral Chain neben den Action-Passagen die zweite große Rolle. Auf dem Weg zum nächsten Hauptziel lassen sich überall in der Spielwelt diverse Nebenaufgaben aufspüren, die eure Fähigkeiten als Freund und Helfer mal mehr, mal weniger auf die Probe stellen. Gilt es mal einen optionalen Boss zu legen, seid ihr im nächsten Moment wieder damit beschäftigt, einem Kind Eis zu besorgen.

Über die Spielzeit von rund 20 Stunden hinweg, habt ihr also immer mal wieder Zeit, zur Ruhe zu kommen und die toll gestaltete Welt zu bewundern. Der äußerst stilvoll eingesetzte Cel-Shading-Look passt wunderbar zum düsteren SciFi-Neon-Setting und weiß insbesondere auf dem kleinen Bildschirm der Switch mit einem irren Effektfeuerwerk zu überzeugen.