Multiplayer

Schaltete der Mehrspieler-Modus mit „Modern Warfare“ im letzten Jahr bewusst einen Gang zurück und drosselte damit das generelle Spieltempo, drückt „Cold War“ nun wieder wie in den guten alten Zeiten auf die Tube und gibt Vollgas. Das wird garantiert nicht jedem gefallen, den Hektik gewohnten Run-and-Gunner freut‘s indes.

Während wir wie gehabt im Klasseneditor unsere unseren Wunschsoldaten mit immer besseren Loadouts, Perks und Waffen ausstatten, und auch der beliebte Gunsmith mit seinem freizuschaltenden Angebot an Aufsätzen eine Rückkehr feiert, halten die Spieler nun mehr Treffer aus. Viel entscheidender ist jedoch, dass das Prinzip der Scorestreaks gehörig auf dem Kopf gestellt wurde.

Diese verfallen nämlich nicht mehr mit dem Tod, sondern bleiben darüber hinaus bestehen. Dies dient dem Zweck, auch weniger versierten Spielern den Zugang zu den damit verbundenen Gimmicks zu gewähren, indem man im Laufe einer Runde ganz einfach darauf spart. An sich eine begrüßenswerte Entwicklung, welcher jedoch die Tendenz innewohnt, dass die Maps vor Drohnen nur so summen und das Chaos Einzug erhält.

Und wo wir gerade bei den Maps sind: Derer finden sich zum aktuellen Zeitpunkt lediglich zehn Stück im Spiel, von denen zwei zudem den großen Spielmodi vorbehalten sind. Viel ist das freilich nicht, dafür fallen einige der Karten aber zumindest recht originell aus, wie zum Beispiel „Armada“, wo wir mitten auf dem Meer über Kriegsschiffe hinweg kämpfen.

An Spielvarianten mangelt es glücklicherweise aber nicht. Zu den Evergreens wie Team-Deathmatch oder Domination gesellt sich auch ein Schwung neuer Modi. Während es in Fireteam: Dirty Bomb mit bis zu 40 Spielern im Kampf um die namensgebende Uranbombe richtig rund geht, gestaltet sich VIP-Escort dagegen als 6-gegen-6-Partie schon fast intim. In Combined: Arms wiederum finden 12-v-12-Kämpfe in verschiedenen Spielvarianten statt.

Während sich insbesondre die neuen Modi gut einfügen, und letztjährige Spielvarianten wie Ground Wars sinnvoll weiterdenken, macht der Detailgrad der Animationen einen Schritt zurück und damit – insbesondere im Vergleich zur diesbezüglich gelungenen Kampagne – einen unfertigen Eindruck. Das betrifft sowohl die Charakter- als auch die Waffenmodelle, was sich negativ auf das Spielgefühl auswirkt.

Trotz aller gut gemeinten Ansätze bleibt der Multiplayer-Part damit insgesamt klar hinter dem von „Modern Warfare“ zurück.

Zombies

Wer keinen Bock auf menschliche Gegner hat, für den ist es in einem „Call of Duty“ zur liebgewonnenen Tradition geworden, sich in bester „Left 4 Dead“-Manier mit einem Trupp Kumpels zur Koop-Zombiehatz zu verabreden.

Die gute Nachricht dabei ist: Das Ganze macht genauso viel Spaß wie eh und je. Zu viert mit teils schrägen Waffen – und einem dicken Augenzwinkern der Macher – stetig stärker werdende Heerscharen an Untoten niederzumähen, nach und nach die Karte aufzudecken und sich dabei immer neue Waffen und Upgrades zu verdienen, wird halt einfach nicht alt.

Die schlechte ist: Zum Start gibt es mit „Die Maschine“ lediglich ein einziges Szenario in einem alten Weltkriegsbunker, an dem ihr euch bereits nach einem Abend sattgesehen habt.

Fazit:

Next-Gen-Einstand mit Licht und Schatten. Während die leider viel zu kurze Kampagne mit ihren abwechslungsreichen Missionen und multiplen Lösungswegen als eine der besten und innovativsten in die „Call of Duty“-Geschichtsbücher eingehen wird, macht der Multiplayer-Part einen Schritt zurück, und besinnt sich wieder auf ein schnelleres Spieltempo. Leider bleiben die Online-Matches dabei sowohl technisch als auch in Sachen Spielgefühl hinter dem Vorgänger zurück. Außerdem mangelt es aktuell noch am Umfang, wodurch vor allem der Zombie-Modus, mit nur einem Szenario, schnell an Reiz verliert.

„Call of Duty: Black Ops Cold War“ ist für PlayStation 5, Xbox Series, PlayStation 4, Xbox One und PC erhältlich.