Kampagne

Die Story von „Cold War“ schließt zeitlich an die Ereignisse des allerersten „Black Ops“ aus dem Jahr 2010 an und spielt vor dem Hintergrund des Kalten Krieges Anfang der 80er Jahre. Inspiriert von realen Vorkommnissen begeben wir uns auf die Jagd nach einem Perseus genannten sowjetischen Agenten, der die Welt ins Chos stürzen und den USA dafür die Schuld in die Schuhe schieben möchte.

Vom 40. US-Präsidenten Ronald Reagan höchstpersönlich autorisiert – übrigens nicht die einzige historische Persönlichkeit, auf die man trifft – kämpfen und schleichen wir uns die meiste Zeit in der Rolle unseres selbst erstellten Charakters mit dem Rufnamen Bell an der Seite alter „CoD“-Bekannter wie Alex Mason, Frank Woods und Jason Hudson quer über den Globus. Die Reise führt dabei durch die schneebedeckten Gipfel des Jamantau, die DDR, Kuba, ein KGB-Hauptquartier und in einem Flashback sogar durch die Hölle von Vietnam.

Selbsterstellter Charakter? Schleichen? Wir reden hier doch von einem „Call of Duty“?! Ja, und in diesem dürfen wir im Vorfeld der Kampagne erstmalig nicht nur die Hautfarbe und das Geschlecht unserer Spielfigur aussuchen, sondern darüber hinaus Persönlichkeitsmerkmale festlegen, die uns im Spiel dann bestimmte Boni, wie zum Beispiel schnelleres Nachladen und verringerten Rückstoß bieten.

Eine Kombi, die wir euch ans Herz legen möchten, da sich viele der anderen Vorteile eher wenig auf das Spiel auswirken. Die restlichen Entscheidungen über unseren Charakter spielen übrigens ebenfalls keine wirkliche Rolle, da Bell weder über eine Stimme verfügt, noch von außen gezeigt wird, was das Feature ziemlich sinnlos erscheinen lässt. Schade eigentlich.

Schleichen nimmt wiederum einen erstaunlich prominenten Teil in der Kampagne ein. In Ostberlin müssen wir uns zum Beispiel vor der Stasi verstecken, gemeuchelte Wachen in Schränken verschwinden lassen, Schlösser knacken und eine Aktentasche in einer Wohnung unbemerkt mit einem Peilsender versehen. Noch interessanter wird es im KGB-Hauptquartier, in dem wir als Doppelagent die freie Wahl haben, wie wir an eine wichtige Schlüsselkarte kommen.

Bringen wir den General, der eine Schlüsselkarte besitzt, in Verruf, stacheln einen Gefangenen an, den Mann für uns zu töten, oder vergiften wir ihn gar selber mit Gift, das wir uns zuvor heimlich aneignen müssen? Alles möglich. Klingt für „Cod“-Verhältnisse recht cool, und ist es auch. Jedoch ist das Ganze im Kern sehr einfach gestrickt und keine echte Herausforderung. Atmosphärisch sind diese Missionen dafür aber ganz weit vorne.

Natürlich gibt es auch immer wieder ordentliche Krach-Bumm-Gewitter, wenn dabei auch nie die Michael-Bay-Gedenkexzesse vergangener Tage gezündet werden. Die Kampagne wirkt geerdeter, trifft eher den Ton eines Agententhrillers – eine überraschende Wendung inklusive – in dem wir an einigen Stellen sogar Entscheidungen treffen müssen, die den Fortgang der Geschichte und deren Ende beeinflussen.

Für den besten Ausgang lassen sich in den Hauptlevels zudem Beweismittel aufspüren, die wir in unserem Unterschlupf dann klug kombinieren müssen, um eine verschlüsselte Diskette zu decodieren oder drei Agenten zu identifizieren. Die dazugehörigen Nebenmissionen gestalten sich im Vergleich zum Rest zwar eher lahm, aber die Idee gefiel uns sehr gut.

Insgesamt rangiert die Kampagne von „Cold War“ damit unter den ganz Großen der Seriengeschichte. Zwar ist der Spaß nach gerade einmal fünf Stunden vorbei, bevor er überhaupt angefangen hat, dafür laden die verschiedenen Lösungswege zum erneuten Durchspielen ein.

Technisch dürft ihr euch auf scharfe Texturen, stimmungsvolle Beleuchtung, satte Sounds und vor allem ein flüssiges Spielerlebnis freuen. So richtig nach Next-Gen sieht das alles zwar noch nicht aus, aber „Cold War“ nickt zumindest selbstbewusst grinsend in diese Richtung.