Denn nicht nur das auf dem Originalmaterial basierende retrofuturistische Design fängt den Flair des ersten Alien-Films absolut treffsicher ein, auch die Unberechenbarkeit des Xenomorphs hat ihren Weg ins Spiel gefunden. Die KI des Biestes sucht sich nämlich ihren eigenen Weg durch die Raumstation und reagiert dank der scharfen Sinne auf Geräusche, was Fluch und Segen zugleich ist. Denn einerseits kann das Alien jederzeit um die nächste Ecke gehuscht kommen, andererseits könnt ihr es gezielt mit Lärm dahin locken, wo ihr es haben wollt. Zum Beispiel mitten in einer Gruppe von Gegnern, die euch im Weg steht.

Dann bleibt zwar immer noch das Problem, dass ihr euch euerseits mit angehaltem Atem lange genug unter Tischen oder in Spinden verstecken müsst, bis das Monstrum wieder seiner Wege zieht, aber im Notfall gibt es ja immer noch Molotowcocktails und später auch einen Flammenwerfer, um das Mistvieh zumindest zeitweilig zu vertrieben. Töten könnt ihr es nicht, während ihr selber sofort draufgeht, wenn es euch erwischt. Perfekter Killerorganismus halt.

Es gibt keine Sicherheit in „Alien: Isolation“, was mitunter zu unfairen Situationen führt, die insbesondere dann ärgerlich sind, wenn der letzte Speicherpunkt weit zurückliegt. Sichern dürft ihr euren Spielstand nämlich nur an festgelegten Punkten, und das auch nur, nach einer Cooldown-Phase des Systems. Andererseits sorgt genau diese Erbarmungslosigkeit aber auch für diese ungemein nervenzerfetzende Anspannung, die „Alien: Isolation“ so besonders macht.

All das gilt auch für die Version auf der Switch. Inhaltlich wird euch nämlich genau das gleiche Spiel geboten wie seinerzeit auf Playstation 3 und 4, Xbox 360 und One sowie dem PC. Sogar noch etwas mehr, denn mit an Bord sind alle bis dato erschienenen DLC, die neben dem Überlebensmodus auch noch weiterer Storykapitel nachschoben, in denen ihr unter anderem an Bord der Nostromo sogar in die Haut von Lt. Ellen Ripley persönlich schlüpfen dürft.

Technisch schlägt sich die Switch-Version dabei nicht nur gut, sondern schlichtweg hervorragend. Dank einer speziellen Technik der Kantenglättung sieht „Alien: Isolation“ auf der Switch zu unserem Erstaunen streckenweise sogar noch besser aus, als auf den damaligen Next-Gen-Konsolen. Zwar wurden hier und da ein paar Effekte eingespart, und auch nicht jede Textur kommt scharf und sauber daher, dafür bleibt die Bildrate von 30 fps bis auf wenige Ausnahmen konstant. Die Xbox-One-Version konnte das seinerzeit nicht von sich behaupten.

Im Gegensatz zu den meisten Ports sieht „Alien: Isolation“ aber nicht nur im Handheld-Modus so schick aus, sondern erstrahlt sogar erst im Docking-Mode auf dem TV in voller Pracht. Auch der Sound krankt in keiner Weise unter hörbaren Komprimierungen und beamt euch atmosphärisch abermals direkt an Bord der Sevastopol. Die Switch-exklusive Option der Bewegungssteuerung beim Zielen und Benutzen des Motion-Trackers fügt sich überdies nahtlos in den beeindruckenden Gesamteindruck des wohl besten Spieleports ein, den es auf Nintendos Hybridkonsole bislang gab.

Wer hat noch nicht, wer will noch mal? Auch auf der Switch gilt, dass „Alien: Isolation“ nicht nur die dichte Atmosphäre des grandiosen ersten Filmes einfängt wie kein anderes Spiel der Franchise zuvor, sondern dabei auch noch das pure Grauen vor einem erbarmungslosen Killerorganismus beeindruckend intensiv auf den Spieler überträgt. Die Portierung auf Nintendos Hybridkonsole ist dabei ein technisches Meisterwerk, das „Alien: Isolation“ auf der Switch zur unserer Meinung nach besten Version des Spieles macht.