Ist in einer modernen Gaming-Welt kein Platz mehr für zünftige Echtzeitstrategie? Zumindest einmal sind die Vertreter in der RTS-Welt seit Jahren rar gesät bis fast ausgestorben. Und auch wenn es immer noch unzählige Spielerinnen und Spieler gibt, die zu alten Strategie-Klassikern wie der „Age of Empires“-Reihe greifen, auf einen kernigen komplett neuen Echtzeitstrategie-Kracher wartete man vergebens. Bis jetzt:

Denn Microsoft versucht zusammen mit Entwickler Relic, das angestaubte Genre neu zu beleben. Und das mit nichts Geringerem als dem vierten Teil von „Age of Empires“. Das durften wir uns natürlich nicht entgehen lassen, weshalb wir uns das Strategie-Comeback angesehen haben.

Darum geht’s:

1997 begann mit „Age of Empires“ der Siegeszug einer der Echtzeit-Strategiespiel-Reihen schlechthin. Der letzte Teil, „Age of Empires III“, liegt aber schon geschlagene 15 Jahre zurück. Nun startet Microsoft mit „Age of Empires IV“ nach all den Jahren ein großes Comeback und bietet ein neues Kapitel in der beliebten Echtzeit-Strategie.

Dieses ist einmal mehr im Mittelalter angesiedelt und bietet im Einzelspieler-Modus vier Kampagnen, die auf historischen Ereignissen basieren. Insgesamt kommen die Kampagnen zusammen auf 35 Missionen. Diese reichen zeitlich bis ins 15. Jahrhundert und sind somit vor „Age of Empires III“ angesiedelt. Währenddessen setzt man auf die altbewährte und bei „AoE“-Veteranen so beliebte Spielmechanik. Heißt: Die Basis des Spiels bleibt gleich.

Ergo startet man mit einem kleinen Dorfzentrum, das man im Laufe der Zeit immer weiter zu einer mächtigen Stadt und Festung ausbaut. Man bildet diverse zivile und vor allem militärische Einheiten aus, um am Ende eine furchteinflößende Armee stellen zu können. Natürlich gehört das Abbauen von Ressourcen ebenfalls dazu, wie das Erforschen immer neuer Technologien. Nicht zu vergessen die großen Echtzeitschlachten, die auch im vierten Teil Dreh- und Angelpunkt hin zum Erfolg sind.

Das ist gut/Das ist schlecht:

Hinsichtlich seines Spielprinzips erfindet „Age of Empires IV“ das Rad also nicht neu. Ergo heißt es auch hier, Felder zu bestellen, Wild zu jagen, Bäume zu fällen und weitere wichtige Rohstoffe wie Stein und Goldvorkommen zu erschließen. Man baut Häuser, Stadtmauern, Kaserne, Ställe und lässt seine produzierten Einheiten antreten.

Währenddessen treibt man seine Forschung voran, um in das nächste Zeitalter aufzusteigen und so neue Gebäude und Einheiten freizuschalten. Jede Epoche wird in „Age of Empires IV“ übrigens mit dem Bau eines Wahrzeichens erreicht. Hierbei unterscheiden sich die Einheiten, Fähigkeiten und Gebäude der jeweiligen Kulturen. Das gefällt, denn alle acht zum Start auswählbaren Völker unterscheiden sich generell recht stark voneinander.

Ein großes Wagnis sind die Entwickler bezüglich des Basisspiels letztlich nicht eingegangen. Aber bedarf es genau hier eigentlich großer Neuerungen? Ist es doch eben auch jener Teil, der schon immer so prächtig funktioniert hat. Es ist aber nicht so, dass es keinerlei Neuerungen gäbe. Beispielsweise gibt es sie bei den Völkern: Die Mongolen etwa kommen ohne feste Dörfer aus.