Das ist schlecht:

Man könnte „A Plague Tale“ vorwerfen, dass es zu leicht ist. Zu offensichtlich die Lösungswege, zu linear der Aufbau. Tatsächlich empfanden wir dies jedoch nicht als allzu störend, handelt es sich doch um ein Abenteuer, dessen Fokus ganz klar auf dem narrativen Part liegt. Dadurch, dass wir abgesehen von ein paar nervigen Trial-and-Error-Passagen stets gut vorankamen, verläuft auch die Erzählung in einem wohltuend straffen Tempo. Wer eine spielerische Herausforderung sucht, ist hier aber definitiv falsch.

Entsprechend hätte es auch des Crafting-Systems nicht bedurft, welches in dem Spiel zuweilen sogar wie ein Fremdkörper wirkt. Wenn wir uns zum Beispiel unnötigen Gefahren aussetzen, um irgendwelchen Krempel einzusammeln, und diesen dann inmitten eines Feindeslagers in aller Ruhe an der Werkbank verarbeiten, bricht das mit der Atmosphäre, die ja nun mal stark auf dem Schutz des eigenen Leibs und Lebens um jeden Preis aufbaut. Mal abgesehen davon, dass die Auswirkungen der Verbesserungen überschaubar ausgefallen sind.

Und eine Warnung noch zum Schluss: Das Spiel ist zwar mit Kindern, aber nicht für diese! Das Spiel geizt nicht mit expliziten Momenten, die zwar nicht selbstzweckhaft ausgefallen sind, aufgrund der emotionalen Nähe zum Geschehen jedoch mitunter recht schwer zu schlucken sind.

Stealth-Drama, das euch mit mit glaubhaften Charakteren und einer hochspannenden Geschichte vor unverbrauchter Kulisse in seinen Bann zieht und auch in Sachen Grafik und Sound vollends zu überzeugen weiß. „A Plague Tale: Innocence“ ist emotional eine Wucht – mutig, packend, schonungslos!

„A Plague Tale: Innocence“ ist für Playstation 4, Xbox One und PC erhältlich.