Ganz Deutschland bereitet sich auf die Fußball-WM 2014 vor. Ganz Deutschland? Jawohl! Sogar die Regierung. Denn in ihrer Mittwochsausgabe berichtete die „Ruhr Nachrichten“, dass Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) der Kabinettsklausur im brandenburgischen Meseberg einen Entwurf zur Regelung von Public Viewing zu später Stunde vorzustellen gedenkt.

Da die WM in Brasilien stattfindet, wird gut die Hälfte der 64 Spiele erst nach 22 Uhr stattfinden. Möchten wir also alle gemeinsam bis tief in die Nacht im Open-Air-Wohnzimmer jubeln, zittern, schreien und leiden, muss ein entsprechendes Gesetz her. Zunächst gilt es jedoch noch zu prüfen, inwieweit das öffentliche Interesse an den Spielübertragungen mit einem „akzeptablen Mindestschutz der Nachtruhe für relevant betroffene Anwohner“ zu vereinbaren ist.

Wir sind uns jedoch ziemlich sicher, dass die Nummer durchkommt. Denn wer von den „relevant betroffenen Anwohnern“ wird einen Gedanken an so etwas wie Nachtruhe verschwenden, wenn unsere Nationalelf gerade auf der anderen Hälfte der Erdkugel eine andere Nation vom Platz fegt?

Und eines ist mal sicher: So gewinnt man Wählerstimmen!

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