Pyro – vier Buchstaben, an denen sich die Geister scheiden. Die einen finden, dass das Abbrennen von Pyro und Rauchbomben zum Fußball dazugehört und die Stimmung steigert. Die anderen sehen darin eine Gefahr für das leibliche Wohl der Zuschauer und betrachten es als idiotische Randale.

In Deutschland sind die Regeln klar: Das Abbrennen von Bengalos und Co. in Stadien ist verboten und kann zu einem Stadionverbot führen. Kein Wunder, da beim Abrennen von bengalischen Feuern unter anderem Magnesium verbrannt wird. Dabei entstehen Flammen mit einer Temperatur zwischen 1600 und 2500 °C – wenn dann noch ein Idiot auf die Idee kommt, die brennenden Fackeln zu werfen, wird es gefährlich.

Dennoch sieht man immer wieder, wie fleißig in Fanblöcken gezündelt wird, bis das Stadion teils mehr an einen funkelnden, leuchtenden Weihnachtsbaum erinnert als an eine Sportstätte. So etwa im polnischen Pokalfinale zwischen Lech Posen und Legia Warschau, das am Montag stattfand. Hierbei wollten die Ultra-Gruppierungen beider Mannschaften scheinbar zeigen, wer den Längeren hat. Und da keiner ein passendes Lineal dabei hatte, zündelten beide Fraktionen eben, was das Zeug hielt. Und zwar immer wieder. Am Ende gab es in diesem einen Fußballspiel dermaßen viele Bengalos und Rauch, wie in der Bundesliga in einem Jahr abgebrannt wird. Wenn überhaupt!

Das Spiel endete im Übrigen 0:1 für Warschau. Wobei wir bezweifeln möchten, dass die meisten Zuschauer das überhaupt mitbekamen, bei den Nebelschwaden! Beeindruckend sind die Bilder – egal, wie man zur Thematik „Zündeln“ steht – allemal. Wenn auch etwas übertrieben, wenn man bedenkt, dass die Szenen alle in EINEM Spiel gemacht wurden!