Der Steuerprozess gegen den Präsidenten des FC Bayern München Uli Hoeneß hat nach vier Tagen sein Ende genommen – mit dem Resultat, dass er für seinen Steuerbetrug ins Gefängnis wandert. Das Landgericht München sprach Hoeneß wegen Steuerhinterziehung schuldig und verdonnert ihn zu drei Jahren und sechs Monaten Haft!

Staatsanwalt Achim von Engel hatte am Morgen in seinem Plädoyer betont, dass die Anklage Uli Hoeneß vorwirft, falsche Angaben in seiner Steuererklärung gemacht zu haben. Hoeneß habe trotz Steuer-CDs keine Eile gehabt, das Konto in der Schweiz per Selbstanzeige offenzulegen. Erst als Gerüchte über den ‚Stern’-Bericht aufkamen, wurde er aktiv. Hoeneß verschwieg insgesamt 107 Mio. Euro Einkünfte und habe davon 27,2 Mio Steuern hinterzogen. Und ganz wichtig: Für die Staatsanwaltschaft lag keine wirksame Selbstanzeige seitens Hoeneß vor. Daher forderte sie sogar eine Haftstrafe von fünf Jahren und sechs Monaten!

Das Gericht befand Hoeneß nach einer mehrstündigen Debatte für schuldig im Sinne der Anklage. Somit fährt der große Uli Hoeneß für knapp dreieinhalb Jahre ein und – das ganz sicher nicht zu Unrecht. Er kann froh sein, bei den Summen und der windigen Veröffentlichung des ganzen Skandals, inklusive diskutabler Selbstanzeige, nicht noch länger hinter Schwedische Gardinen wandern zu müssen.

+++ UPDATE (14.3. - 10:14 Uhr) +++

Wie die Bild berichtet, verzichtet Uli Hoeneß auf eine Revision und tritt zeitgleich von allen Ämtern beim FC Bayern München zurück. Das Urteil ist somit rechtskräftig und der ehemalige Bayern-Boss geht für dreieinhalb Jahre in Gefängnis.

In einer persönlichen Erklärung sagt Hoeneß:
"Nach Gesprächen mit meiner Familie habe ich mich entschlossen, das Urteil des Landgerichts München II in meiner Steuerangelegenheit anzunehmen. Ich habe meine Anwälte beauftragt, nicht dagegen in Revision zu gehen. Das entspricht meinem Verständnis von Anstand, Haltung und persönlicher Verantwortung. Steuerhinterziehung war der Fehler meines Lebens. Den Konsequenzen dieses Fehlers stelle ich mich.

Außerdem lege ich mit sofortiger Wirkung die Ämter des Präsidenten des FC Bayern München eV und des Aufsichtsratsvorsitzenden der FC Bayern München AG nieder. Ich möchte damit Schaden von meinem Verein abwenden. Der FC Bayern München ist mein Lebenswerk und er wird es immer bleiben. Ich werde diesem großartigen Verein und seinen Menschen auf andere Weise verbunden bleiben, solange ich lebe.

Meinen persönlichen Freunden und den Anhängern des FC Bayern München danke ich von Herzen für ihre Unterstützung."

Foto: Fingerhut / Shutterstock.com