Heute hat der Steuerprozess gegen Uli Hoeneß, den Präsidenten des FC Bayern München begonnen. Kurze Zeit nach Prozessauftakt dann das überraschende und gewaltige Geständnis von Uli Hoeneß, weitere 15 Millionen Euro Steuern hinterzogen zu haben!

Zum Prozess kam es, als sich Hoeneß 2013 per Selbstanzeige dem Fiskus stellte und angab, über ein Schweizer Bankkonto Steuern hinterzogen zu haben. Die Anklageschrift spricht von Steuerhinterziehung in sieben selbstständigen Fällen mit einer Gesamthöhe von rund 3.545.939 Euro. Hinzu kommen rund 5.519.739 Euro aus Falschangaben zu Geldgeschäften, die Hoeneß als Verluste ausgab und daraus Steuervorteile ziehen konnte.

Und der Umfang nahm größere Züge an: So sprach die Anklage davon, dass der Bayern-Präsident steuerbare Kapitalerträge, Spekulationsgewinne und sonstige Einkünfte in Höhe von 33.526.614 Euro verschwieg. Uli Hoeneß gab heute als Zeichen seiner Geständigkeit vor Gericht dann die über die Anklage hinausgehenden 15 Millionen Euro zu. Schon ein Hammer, wenn man sich die Gesamtzahlen in diesem Prozess anschaut. Selbstanzeige oder Geständigkeit hin oder her! Wobei die Anwälte von Hoeneß darauf setzen, dass die Nacherklärung vom Gericht positiv gewertet würde.

Hoeneß am 1. Prozesstag im Gerichtssaal:

„Hohes Gericht. Die in der Anklage erhobenen Vorwürfe habe ich begangen. Mir ist bewusst, dass meine Selbstanzeige daran nichts ändert. Es bestehen Zweifel an der Wirksamkeit der Selbstanzeige, das habe ich letztes Jahr gelernt. In manchen Jahren habe ich hohe Gewinne erzielt, in manchen hohe Verluste. Der Staatsanwalt hielt meine Strafanzeige für unwirksam. Es folgte eine Hausdurchsuchung, der Haftbefehl und die Anklageerhebung. Es handelte sich um eine immense Zahl an Belegen. Ich bin froh, dass jetzt alles auf dem Tisch liegt. Ich werde alles dafür tun, dass dieses für mich bedrückende Ereignis abgeschlossen wird.“

Hoeneß weiter: „Ich will hier nicht jammern. Hätte ich mich von vornherein dazu entschlossen, die Dinge vernünftig zu erledigen, säßen wir nicht hier. Die Folgen waren katastrophal. Drohbriefe, Morddrohungen. Es gibt kein Zurück. Ich habe mich weiterhin um Aufklärung bemüht. Sämtliche Spekulationsgeschäfte sollten aufgeklärt werden. Steuernachzahlungen in zweistelliger Höhe stehen an. Ich will ohne wenn und aber reinen Tisch machen. Ich bereue mein früheres Verhalten zutiefst. Ich bin aber kein Sozialschmarotzer, ich habe 5 Mio. an soziale Einrichtungen gegeben, 50 Mio. Steuern gezahlt. Ich will damit nicht angeben, ich will nur reinen Tisch machen.“

+++ UPDATE  - 11.03 | 15 Uhr +++

Am zweiten Prozesstag überschlugen sich die Ereignisse und die bislang bekannte Summe wurde ordentlich angehoben. Die für seinen Fall zuständige Steuerfahnderin sagte vor Gericht aus, dass Uli Hoeneß satte 23,7 Millionen Euro an Steuern hinterzogen hat! Hinzukommen sollen sogar noch weitere 2,5 Millionen Euro für die Jahre 2007 bis 2009, was eine Gesamtsumme von 26,2 Millionen Euro macht. Grundlage dieser enormen Zahlen ist eine Neuberechnung der Steuerschuld auf Basis der gestern neu eingereichten Unterlagen!

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