Schalke hat wieder den Trainer-Besen rausgeholt. Nach der 2:1-Pleite in Hoffenheim, wurde Chef-Trainer Jens Keller mit sofortiger Wirkung beurlaubt. Der Nachfolger steht mit Roberto di Matteo bereits auf der Matte und soll im Punktspiel gegen Hertha BSC Berlin bereits auf der Bank sitzen. Der Ex-Chelsea-Trainer soll einen Vertrag bis 2017 erhalten und am morgigen Mittwoch offiziell vorgestellt werden.

Damit endet für Jens Keller nach 22 Monaten eine Achterbahnfahrt auf Schalke. Quasi vom Amtsantritt an wurde er bis zum Anschlag kritisiert und wöchentlich zur Diskussion gestellt. Sicherlich gehört das auch dazu, bei diesem impulsiven Schalker-Umfeld mit dem immensen Mediendruck. Aber es gab wohl noch nie einen Trainer, den man so wenig Vertrauen entgegenbrachte. Zumindest insgeheim, denn einen echten Schulterschluss seitens der Vereinsführung gab es nie, wurde durchweg immer wieder mit anderen Trainer gesprochen. Auch eine vorzeitige Vertragverlängerung gab es nie, um Keller den Rücken zu stärken.
Ähnlich verstrickt ist die Meinung zum neuerlichen Ex-Trainer unter den Fans. Viele hätten sich vorstellen können mit dem symphytischen Schwaben weiterzumachen. Der Rest hat nun definitiv zur Feier des Tages ein oder mehr Flaschen Bier aufgemacht.

Nun soll es also der Schweizer Roberto di Matteo richten, der die Schalker nach nur zwei Siegen aus den ersten zehn Pflichtspielen wieder in die Erfolgsspur bringen soll. Ein namhafter Trainer, der 2012 mit dem FC Chelsea dem FC Bayern in der Champions League besiegte. Ob er Schalke kann wird sich zeigen, die Hoffnungen sind jedenfalls riesig in Gelsenkirchen. Und das auf dem harten Schalke-Pflaster, auf dem in der letzten Dekade bereits 14 Trainer gestolpert sind. In diesem Sinne - Glück auf oder auch nicht.

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