Am heutigen Abend beginnt der Relegationskracher zwischen den beiden Teams Eintracht Frankfurt und dem 1. FC Nürnberg. Er wird am kommenden Montag aufzeigen, welcher Traditionsclub sich in der Saison 16/17 zu Deutschlands Eliteclubs zählen darf. Die Fanlager beider Mannschaften sind sich nicht grün. Nicht zuletzt, da ein gewisser Jan-Age Fjörtoft im Jahre 1999 den Abstieg der Nürnberger besiegelt hat. Etwas, das man aufgrund des 12. Tabellenplatzes des Clubs damals nie für möglich gehalten hätte.

Der Weg in die Relegation

Die Frankfurter Eintracht galt in vielen Expertenmeinungen als der designierte Absteiger neben Hannover 96. Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt: Niko Kovac hat dem Frankfurter Team eine Stabilität gegeben, die Kräfte freigesetzt und zumindest für den Einzug in die Relegation gesorgt hat. Die ungeahnte Siegesserie gegen Vereine wie sowohl Mainz und Dortmund als auch in Darmstadt … – nur die kühnsten Optimisten hätten damit gerechnet. Die Niederlage in Bremen war dann doch schlimm. Doch so etwas passiert, wenn zwei Mannschaften mit dem Rücken zur Wand stehen. Dennoch eine bedeutende Leistung von Kovac. Die Hoffnung ist durch die Relegation da, auch im nächsten Jahr die bedeutenden Spiele erleben zu dürfen.

Auf der anderen Seite steht der 1. FC Nürnberg – nach durchwachsenem Saisonstart ist man wie ein Wirbelwind durch die 2. Liga gepflügt und hat 18 Spiele am Stück nicht verloren. Die Nerven lagen schließlich wohl doch blank, sodass man zum Ende hin in den entscheidenden Partien gegen Duisburg, Karlsruhe und Braunschweig auf die Plätze verwiesen wurde.

Gefestigte Abwehr trifft auf starke Offensive

Man wird sehen, ob die Eintracht die mangelhafte Verwertung hochprozentiger Torchancen endlich in Effektivität umwandeln kann, denn gerade das Toreschießen ist die Schwäche der Hessen. Immerhin standen die Adler seit dem Amtsantritt von Niko Kovac hinten stabiler und überzeugten auch mit einer deutlich erhöhten Laufleistung. Nichtsdestotrotz: Der Hoffnungsträger heißt einmal mehr Alex Meier, der nach der Verletzungspause den ausschlaggebenden Unterschied machen kann, wenn er wieder auf dem Platz steht. Nach der heute bekanntgegebenen Tumorerkrankung eines Marco Russ werden sich die Männers in den Farben der SGE ohnehin zusätzlich den Hintern aufreißen.

Nürnberg steht kompakt, hat sich auch vom Abgang von Allessando Schöpf zum FC Schalke 04 in der Winterpause nicht aus der Ruhe bringen lassen. Die Lust am Toreschießen und auf famosen Offensivfußball ist weiterhin gegeben. Kein Wunder, konnten die Jungs von Trainer René Weiler in der abgelaufenen Zweitliga-Saison satte 68 Treffer auf ihrem Konto verbuchen. Der Angriff ist eindeutig die große Stärke der Franken, während der Druck und die Konzentration eine Schwäche werden könnten. So wirkte die Mannschaft zum Ende der Saison anfällig, verlor drei der letzten sechs Spiele.

Es ist aus Fansicht generell schade, dass eines der beiden Traditionsteams auf der Strecke bleiben wird. Beide Clubs braucht die Bundesliga wie die „Luft zum Atmen“, aber moderne Konstellationen lassen dies nicht zu. Und wie sagte doch einst ein gewisser Highlander: „Es kann nur einen geben!“
Es wird eine schwierige Aufgabe für die „Adler“, gerade die starke Offensive des 1. FC Nürnbergs im Griff zu halten und zeitgleich das Spiel machen zu müssen. Die Chancen sind dennoch ausgeglichen. Von der Spielanlage wird sich jedoch am Ende der 1. FC Nürnberg durchsetzen und in der nächsten Saison in der 1. Bundesliga spielen.