Niederlande: Fußball-Tribüne kollabiert unter Fan-Sprüngen – Im niederländischen Nijmegen kam es bei Sprüngen begeisterter Fans während einer Partie zu einem Zwischenfall, bei dem nach letztem Kenntnisstand niemand verletzt wurde: Als begeisterte Gäste-Fans aus Arnheim hüpften, kollabierte ein Teil der Tribüne unter den Erschütterungen. Ein Phänomen, vor dem Experten schon länger warnen – auch in Deutschland.

Dies geht aus einem Bericht der „Sportschau“ hervor. Demnach kollabierte die Tribüne unter den Fan-Hüpfern von Vitesse Arnheim, während die Schlachtenbummler ihr Team feierten. Der Unfall verlief vergleichsweise glimpflich, weil nur der untere Teil des Stadions betroffen war und ein Container unter der Tribüne stand. So stürzten die Fans zwar über eine kurze Strecke – konnten danach aber weiterfeiern:

Vitesse Arnheim gewann bei NEC Nijmegen 1:0

Nijmegens Bürgermeister Hubert Bruls: „Zum Glück ist, so weit bisher bekannt, niemand verletzt worden. Ich möchte, dass so schnell wie möglich untersucht wird, was hier passiert ist.“ Bruls hatte sich der „Sportschau“ zufolge die Begegnung mit dem Bürgermeister aus Arnheim gemeinsam angesehen, als sich der Vorfall ereignete.

Einstürze können auch weit weniger glimpflich verlaufen, wie ein fataler Zusammenbruch 2007 in Brasilien zeigte:

Seinerzeit stürzte die Tribüne in Salvador de Bahia unter Fans ein – 15 Menschen fielen dabei in die Tiefe. Das Unglück kostete acht von ihnen das Leben. Bauingenieure der Ruhruniversität Bochum (RUB) warnten seinerzeit davor, dass ein solches Unglück sich auch in Deutschland ereignen könne. Das Forschungsteam EKIB (Entwurfsgrundlagen im Konstruktiven Ingenieurbau) erforscht etwa mithilfe von Lastmodellen solche Szenarien.

Experte deutete Entwurfsmakel in deutschen Stadien an

Damit kann errechnet werden, inwieweit sich das Zuschauerverhalten auf das Tragwerk einer Tribüne auswirkt. Dabei zeigte sich, dass die Sprünge der Fans für gravierende Schwingungen sorgen: „Unsere Simulationen zeigen, dass die dynamischen Lasten der hüpfenden Zuschauer um das Dreieinhalb- bis Viereinhalbfache höher sind als die statischen Lasten“, so Forschungsteam-Leiter Michael Kasperski.

In einem Reuters-Interview 2011 hatte Kasperski bereits auf mögliche Entwurfsmakel in deutschen Stadien hingewiesen. Seinerzeit sagte er gegenüber der Agentur: „Es macht mir Sorge, dass am nächsten Samstag oder in drei Jahren oder in zehn Jahren eine Katastrophe passieren könnte.“ 2016 etwa hatte man in Magdeburg Schwingungen gemessen sowie Betonschäden festgestellt. 2019 war die Tribüne durch entsprechende Baumaßnahmen verstärkt und einem Härtetest unterzogen worden.

Da dieser erfolgreich verlief, können Fans des FCM laut „Sportschau“ weiterhin hüpfen.