Der Fußballzweitligist MSV Duisburg hat einige Wochen zwischen Hoffen und Bangen hinter sich. Doch nun ist es besiegelt, der Traditionsklub aus dem Ruhrgebiet erhält endgültig keine Lizenz und muss runter in die 3. Liga oder gar noch tiefer.

Die ganze Misere begann bereits am 23. Mai, als die Wirtschaftsprüfer des MSV kurz vor knapp, zehn Minuten vor Abgabefrist, die Unterlagen für die Lizenz zur Deutschen Fußball-Liga schickten. Da waren noch alle frohen Mutes, da Bauunternehmer Walter Hellmich ein Darlehen in sechsstelliger Höhe zu Verfügung gestellt hatte und alte Darlehen stundete. Doch die Freude währte nur kurz, als recht flott die Rückmeldung von der Deutschen Fußball Liga (DFL) kam, dass die Unterlagen fehlerhaft seien.

Der MSV versucht noch einmal alles, aber da war das Zebra bereits zu tief in den Brunnen gefallen. Zwar schloss man finanzielle Lücken im Antrag, indem man im Nachhinein auf ein Treuhandkonto überwies, doch die DFL entschied am 29. Mai, dass es keine Lizenz für den MSV Duisburg gibt. Laut der DFL hatte der Antrag noch weitere eklatante Mängel, weshalb ein Zwangsabstieg nicht zu vermeiden wäre. Sogar von Rechenfehlern ist die Rede.

Der MSV rappelte sich ein weiteres Mal auf, um den Gang in Liga 3 oder tiefer zu verhindern. Doch der Zwangsabstieg des Traditionsklubs MSV Duisburg aus der 2. Fußball-Bundesliga ist nun unwiderruflich besiegelt. Am gestrigen Mittwoch bestätigte das Ständige Schiedsgericht die Lizenzverweigerung durch die DFL nach einer Verhandlung in einem Frankfurter Hotel. „Nach Auffassung des Gerichts weist der Beschluss des Lizenzierungsausschusses keine Rechtsfehler auf. Der MSV Duisburg konnte dem Lizenzierungsausschuss nicht rechtzeitig eine ausreichende Liquidität für die kommende Spielzeit nachweisen“, sagte der Vorsitzende des Ständigen Schiedsgerichts, Udo Steiner.

Vor allem für die Fans ist dies ein Schock, die eine ganze Stadt in Bewegung brachten und aus Solidarität zu ihrem Verein aufmarschierten. Der Profiteur des Ganzen ist der SV Sandhausen, der nun in der 2. Liga verbleibt. Für den DFB-Pokal bedeutet dies, dass der MSV Duisburg auf den Zweitligisten SC Paderborn trifft. Der Zweitligist Erzgebirge Aue muss beim Drittligisten VfL Osnabrück antreten.

Quelle: DerWesten