Körperverletzung an Ex-Freundin: Boateng zu 1,8 Millionen Euro Strafe verurteilt – In einem Strafverfahren gegen Jérôme Boateng hat das Amtsgericht München den früheren Nationalspieler für schuldig befunden und zu einer Geldstrafe in Höhe von 1,8 Millionen Euro in 60 Tagessätzen zu je 30.000 Euro verurteilt – der maximale Tagessatz, der möglich ist.

Der Fußballweltmeister von 2014 stand wegen vorsätzlicher Körperverletzung in Tateinheit mit Beleidigung an seiner früheren Partnerin vor Gericht.

Die Staatsanwaltschaft warf Boateng vor, seine damalige Lebensgefährtin 2018 während eines Karibikurlaubs angegriffen zu haben, und hatte neben einer Geldauflage in Höhe von 1,5 Millionen Euro auch noch eine Bewährungsstrafe von anderthalb Jahren gefordert.

Der Anklage zufolge soll der Beschuldigte seine Freundin geschlagen, geboxt, ihr in den Kopf gebissen und sie auf den Boden geschleudert haben, während er sie dabei heftig beleidigte.

Boateng wies die Vorwürfe zurück und betonte, seine Ex-Freundin nie geschlagen zu haben.

Die Verteidigung plädierte entsprechend auf Freispruch. Letzten Endes berief sich das verhängte Urteil aber auf „einen Faustschlag“ ins Gesicht.

Nicht unwesentlich in der Urteilsfindung war die Einschätzung eines Sachverständigen, welche die Schilderung des vermeintlichen Opfers stützte. Der Mediziner erklärte: „Die Befunde, die hier dokumentiert wurden, lassen sich weitgehend übereinstimmend mit der Hergangsschilderung der Nebenklägerin in Einklang bringen.“

Die Staatsanwältin Stefanie Eckert bezeichnete aber nicht nur Boatengs Ex-Freundin als „Opfer häuslicher Gewalt“, auch der Täter sein ein „Opfer ihrer gemeinsamen toxischen Beziehung“ geworden.

Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig.

Eine weitere ehemalige Freundin Boatengs, Kasia Lenhardt, hatte erst Anfang des Jahres Suizid begannen. Seinerzeit hatte der Fußballer in einem Interview mit der „Bild“ behauptet, dass sie ihn erpresst habe. 

Quelle: spiegel.de