Gestern fand die große Pressekonferenz statt, bei der Jupp Heynckes seine Zukunftspläne verraten sollte. Eine klare Antwort gab es nicht, dafür mehren sich die Argumente für ein Engagement als Chefcoach der DFB-Elf.

Viele Erfolge, doch zwei fehlen noch

Die Pressekonferenz zu Heynckes Abschied sollte eigentlich Klarheit über seinen weiteren Verbleib schaffen, doch unterm Strich blieben nur noch mehr offene Fragen. Auf die Nachfrage, ob er denn seine Karriere nun beenden werde, antwortete der 68-Jährige: „Ich bin in einer Situation, wo ich das nicht heute bekanntgeben sollte." Zusätzlich verkündete er, dass er zum 1.7.2013 definitiv nirgendwo als Trainer auf der Bank sitzen wird. Hinzu kommt noch die Tatsache, dass der Meistermacher im Verlauf der Pressekonferenz sehr deutlich betonte, dass es aktuell Anfragen vieler Vereine gibt – darunter wohl auch Real Madrid. Dennoch hat Heynckes keines dieser Angebote wahrgenommen und will sich erst einmal auf sein Privatleben konzentrieren. Dabei gilt er als erfolgshungriger Typ, seine Freude über das Triple war ihm deutlich anzusehen. Im Vereinsfußball muss sich „Jupp“ ohnehin nicht mehr beweisen, errang er doch als Spieler alle möglichen Titel.Und auch als Trainer gewann er den DFB-Pokal, die Deutsche Meisterschaft, Supercopa de España und nun sogar zwei Mal die Champions League. Es gibt allerdings noch zwei Titel, die er zwar als Spieler, aber nicht als Coach holen konnte: die EM und WM!

Ruf nach einem neuen Trainer

Es wäre also nur logisch, wenn genau diese Herausforderung Jupp Heynckes noch reizen würde. Die Chancen hierfür stehen scheinbar nicht schlecht. Der Vertrag mit Jogi Löw läuft nach der WM in Brasilien im nächsten Jahr aus – und seit der verkorksten EM steht die DFB-Elf unter gewaltigem Druck. Jogi Löw äußerte sich zudem immer noch nicht klar zu seinen Zukunftsplänen. Es gilt jedoch als wahrscheinlich, dass er nach der Weltmeisterschaft seinen Job an den Nagel hängen wird – ob als Weltmeister oder nicht, dürfte dabei keine Rolle spielen. Die Kritik an ihm wurde in den letzten Jahren immer schärfer und der einst reservierte Nationaltrainer zeigte bereits nach der letzten Europameisterschaft Nerven, als er auf die Schelte durch Presse und Fans reagierte.

Und der Ruf nach einem neuen Trainer schallt nun ausgerechnet aus den eigenen Reihen weiter: So sollen die Bayern-Spieler Lahm und Schweinsteiger – immerhin beide Kapitäne der Nationalelf – lautstark „Jupp für Deutschland“ gesungen haben. Loyalität zum aktuellen Nationaltrainergespann sieht anders aus.

81% wollen Heynckes

Zum Thema Nationalmannschaft hält sich Heynckes hingegen bedeckt. Und wer weiß, vielleicht wird der Triple-Macher schon im nächsten Jahr als „WM-Macher“ und neuer Chefcoach der DFB-Elf präsentiert. Die Deutschen würden sich jedenfalls freuen, wie eine Umfrage von Focus Online belegt, bei der satte 81Prozent aller Befragten sich für Heynckes als Nationaltrainer ausgesprochen haben.

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