Amerika ist bekanntlich das Land der skurrilen Klagen, wo gegen fast alles vor den Kadi gezogen wird. Zu wenig Kabelsender im Gefängnisfernsehen? Sich mit frischem, heißem Kaffee von McDonalds verbrühen? Schadenersatz ist für nahezu alles einklagbar in den USA. Was sich ein paar Eltern jedoch jetzt in Amerika ausgedacht haben, schießt nun endgültig den Vogel ab. Eine Elterninitiative klagt nämlich die FIFA und einige US-Verbände wegen der Risiken von Gehirnerschütterungen bei Kopfbällen an.

Wie die BBC berichtete, hat sich in Kalifornien eine Gruppe junger Fußballer samt deren Eltern zu einer Sammelklage zusammengeschlossen, um wegen der Gefahren bei Kopfbällen zu klagen. Da diese Technik angeblich gesundheitsgefährdend sei, müsse in Zukunft besser auf den Schutz von jungen Spielern geachtet werden. So wird von der Fifa verlangt, neue Sicherheitsregeln zu schaffen sowie ein medizinisches Programm zur Überwachung von Kopfverletzungen einzurichten. Begründet wird diese Forderung damit, dass bei jungen Fußballern die Nackenmuskulatur für derartige Belastungen noch nicht stark genug entwickelt sei. Ebenso fordern die Kläger, dass eine Maximalanzahl an Kopfbällen pro Spieler festgeschrieben wird. Schadensersatz wird jedoch keiner verlangt.

Eine ähnliche Klage wurde bereits gegen die National Collegiate Athletic Association eingebracht, die daraufhin im letzten Monat zusagte, einen 70-Millionen-Dollar-Fonds für die Untersuchung von Gehirnerschütterungen zu schaffen und Spieler nach Kopfverletzungen zu Regenerationspausen zu zwingen.

Die FIFA hält sich mit einem Statement noch zurück. Da die Klage nicht vorliege, möchte man sich dazu auch noch nicht äußern. Die Vermeidung und Behandlung von Kopfverletzungen sei bei der Fifa jedoch ein sehr wichtiges Thema und es gibt auch klare Fifa-Empfehlungen für Teamärzte.

Wir persönlich können nur den Kopf schütteln, denn durch solche Klagen droht eine Überreglementierung unsere geliebten Sportes.