Jeder kennt sicherlich die Redewendung, dass man wohl „Zielwasser“ getrunken habe, wenn man auf beeindruckende Weise trifft. Der Ausdruck liegt angeblich in der Soldatensprache um 1900 begründet und bezeichnet wenig überraschend Schnaps, der die Treffsicherheit erhöhen sowie die Arbeit des Gewehrreinigens erleichtern sollte. Unter gewissen Umständen kann Alkohol tatsächlich das Zittern der Hände unterbinden. Und wie ihr gleich sehen werdet, das der Beine auch.

Szenenwechsel: Im Georgi-Asparuchow-Stadion in Bulgarien stehen sich der Traditionsklub Lewski Sofia und FK Vereya gegenüber und kämpfen um einen Startplatz in der Europa-League. Das Spiel ist eher mäßig spannend, bis in der 29. Minute Vereya-Profi Ivan Bandalovski unsere Aufmerksamkeit erregt. Fans der Gegengerade haben kurz zuvor eine Bierdose auf das Spielfeld geworfen, die dem Rechtsverteidiger nun zu Füßen liegt.

Freibier!

Anstatt das Ding aber mit einem Tritt vom Spielfeld zu befördern, hebt Bandalovski die Dose auf, öffnet sie und gönnt sich erst mal einen amtlichen Schluck. Die Fans jubeln ob dieser Tat, wenn auch zunächst noch die der anderen Mannschaft.

Noch steht es 0:0, doch es läuft nicht gut für den FK Vereya. Nachdem Lewski in der 44ten mit einem Tor in Führung geht, sieht es bis kurz vor Ende nach einem Sieg für die Kicker aus Sofia aus. Erst in der dritten Minute der Nachspielzeit, gelingt ausgerechnet dem biergedopten 16-maligen bulgarischen Nationalspieler Ivan Bandalovski der Anschlusstreffer. Etwas, das er selber nach dem Spiel in einem Video schmunzelnd mit „Beer-Time“ beschreiben sollte.

Genutzt hat es am Ende aber leider nichts. Im Elfmeterschießen setzte sich Lewski Sofia schließlich mit 9:8 durch. Vielleicht aber auch ganz gut so, denn wer weiß, welche Früchte diese Geschichte getragen hätte, wenn der Aberglaube aufgekommen wäre, dass ein Bier zum Sieg verholfen habe.

Quelle: welt.de