In England backt man in Sachen Fußball keine kleinen Brötchen: Top-Gehälter, gigantische Ablösesummen sowie aggressiver Wettbewerb bestimmen das Geschehen. Doch genau dieses Gebaren im Umgang mit Finanzen soll der Premier League einst das Genick zu brechen. Zu diesem Schluss kommt eine Studie des Finanzanalysten „Vysyble“, die bescheinigt: Die Topvereine könnten der Liga bald den Rücken kehren, weil das Geld ausgehen wird.

Die Studie hört auf den Namen „Wir sind so reich – das ist unglaublich! Die Illusion von Vermögen im Fußball“ und bestätigt: Werfen die englischen Vereine weiterhin das Geld so zum Fenster hinaus, ist deren Bankrott und damit das Ende der Liga unvermeidbar. Für ihre Untersuchung analysierten die Autoren Spielzeiten von 2008 bis 2016 und rechneten aus, dass die Vereine in diesem Zeitraum unglaubliche 2,26 Milliarden Euro ausgegeben hatten. Aktuell bluten bei allen Clubs der Liga zusammengerechnet 876.000 Pfund aus – knapp eine Million Euro, jeden Tag. Umgerechnet sind das zehn Pfund pro Sekunde.

Von Transfers und TV-Rechten

Roger Bell, Co-Autor der Studie, bescheinigt dem britischen Fußball ein „Versagen“, sie gäben weitaus mehr aus, als sie einnähmen. Geht es nach Bell, müsse sich Premier-League-Boss Richard Scudamore größere Sorgen machen, als dies aktuell der Fall sei. Die Studie nennt gleich zwei Gründe für den zügellosen Umgang mit dem Geld: Einerseits seien hierfür ausländische Investoren bei Clubs wie etwa Chelsea und City verantwortlich, zum anderen sorge der TV-Deal für eine Premier League, der das Geld locker sitze – lockerer als angebracht, wie die Studie betont.

Dieses Geld fließt laut Studie vor allem in exorbitante Ablösesummen und immer höhere Gehälter. Durch den aktuellen TV-Deal erwirtschaftet die Premier League im Verlauf von drei Jahren ab 2016 satte 9,5 Milliarden Euro. Doch genau darin läge das Problem: Man könne sich nicht nur auf Übertragungsrechte verlassen. Zwar haben diese seit 1991 bei jedem Vertragsabschluss für steigende Einnahmen gesorgt – doch die Sehgewohnheiten der Zuschauer seien keineswegs stabil und zudem würden immer mehr Spiele illegal im Netz gestreamt.

Quelle: sport1.de