Es ist lange her, dass eine österreichische Fußballnationalmannschaft an einer Fußball-Weltmeisterschaft teilgenommen hat. Genauer gesagt war es 1998 in Frankreich. Dieses Jahr haben sie es ein weiteres Mal nicht geschafft, sich für das Turnier in Brasilien zu qualifizieren. Gut, da sind Hohn und Spott – vor allem im eigenen Land – nichts Besonderes.

Das Boulevardblatt „Österreich“ hatte es sich nach dem Ausscheiden auch groß auf die Fahnen geschrieben, die österreichische Nationalmannschaft dafür anzugreifen. Mit viel Wut im Bauch wurde gegen Trainer und Team gewettert. Allerdings mit angeblich erfundenen Interviews und beleidigenden Äußerungen, wenn es nach den betroffenen Spielern geht. Diese äußerten sich jetzt in einem offenen Brief mit scharfer Kritik an der Berichterstattung und den Recherchemethoden der Gratis-Tageszeitung.

Die Mannschaft erklärt diesen Schritt folgendermaßen:
„Es ist uns klar, dass wir mit diesem Schreiben ein Tabu brechen – nämlich jenes, ein Medium massiv zu kritisieren. Das tut niemand unüberlegt, weil in Folge naturgemäß mit verschärft unfairer 'Berichterstattung' zu rechnen ist. […] Die Fülle an schlecht bis gar nicht recherchierten Artikeln in der Tageszeitung 'Österreich', die häufig als 'Exklusiv-Interviews' bezeichneten Berichte, für die niemand von uns jemals interviewt worden ist, die reißerischen Texte, die nicht selten in Beleidigungen gipfeln, wollen wir nicht mehr unkommentiert hinnehmen.“

Zudem wurde Trainer Marcel Koller unter anderem als Verräter beschimpft, das wohl auch aufgrund der Tatsache, dass er als Schweizer für die Österreicher tätig ist.

Die in der Kritik stehende Tageszeitung äußerte sich bislang nicht zu den Vorwürfen. Den kompletten offenen Brief findet ihr auf der offiziellen Homepage des Österreichischen Fußballbundes (ÖFB).

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