Die holländische Fußballlegende Marco van Basten ließ als neuer technischer Direktor der FIFA die Katze aus dem Sack. Und was da rausgekrabbelt kommt, sorgt bei jedem Fußballfan wohl nur für Kopfschütteln. Denn nach der überaus diskutablen Aufstockung der Fußball-Weltmeisterschaft von 32 auf 48 Mannschaften hat die FIFA neue Pläne im Ärmel. Diese betreffen das Regelwerk mit ebenso krassen wie irren Veränderungen für den Fußball. Eine Revolution, die den Meisten nicht schmecken dürfte. So soll das Abseits gänzlich abgeschafft werden, Shoot-outs sollen eingeführt werden und Zeitstrafen sollen das Spiel … ja, was denn eigentlich? Aber blicken wir mal im Detail auf das, was van Basten hier zum Besten gegeben hat.

Fangen wir mit dem Abseits an, das es zukünftig für die Hollandlegende nicht mehr geben soll. „Ich fürchte, viele Leute würden dagegen sein. Ich wäre dafür, denn der Fußball ähnelt inzwischen immer mehr dem Handball: Neun Spieler plus Torwart machen den Strafraum dicht, das ist wie eine Mauer. Im Feldhockey wurde die Abseitsregel bereits abgeschafft, und es gibt keine Probleme. Die Mannschaften würden sich auch im Fußball anpassen.“ Okay, also rennen bald alle Stürmer nur noch hinter die Verteidiger oder stellen sich direkt alle um den Keeper rum. So ein Blödsinn, den wir allerdings nicht in naher Zukunft zu sehen bekommen werden. Hoffentlich!

Zeitstrafen statt Karten

Van Basten ist zudem für ein Shoot-out statt Verlängerung in Gruppenspielen. Genauer gesagt würde man bei einem Unentschieden in einem 25-Meter-Shoot-out, ähnlich wie im Eishockey, antreten. Van Basten: „Jede Mannschaft hat fünf Versuche. Der Schiedsrichter pfeift, dann läuft der Spieler aus 25 Metern auf den Torwart zu. Innerhalb von acht Sekunden muss die Aktion abgeschlossen sein. Der Torwart darf den Strafraum nicht verlassen, wenn er pariert, ist es vorbei.“

Zu guter Letzt sollen die Zeitstrafen kommen. Für taktische Fouls soll es nicht mehr Gelb geben, sondern eine Zeitstrafe von fünf oder zehn Minuten. Van Basten: „Das schreckt ab. Es ist doch schwieriger, mit 10 gegen 11, geschweige denn mit 8 oder 9.“ Alle diese Pläne – oder nennen wir es FIFA-Wünsche–, sind natürlich nicht von heute auf Morgen umsetzbar. Das sieht auch van Basten so: „Wir müssen Schritt für Schritt machen. Ich spreche mit vielen Trainern, Spielern und Managern, frage sie nach ihrer Meinung, was gut für den Fußball ist, wie die Zukunft des Fußballs aussieht.

Quelle: Bild.de