Freistoßspray: Fifa wegen Patentrechtsverletzung verurteilt – Wegen der hinsichtlich des Patenrechts unerlaubten Nutzung des Freistoßsprays musste sich der Fußball-Weltverband Fifa vor Gericht gegenüber den Erfindern verantworten – und verlor den Prozess. Wie ein Zivilgericht in Brasilien im Zuge einer Mitteilung erklärte, habe die Fifa durch die kostenlose Nutzung des Produkts in flagranter böser Absicht gehandelt.

Damit wurde den Klägern in ihrer Berufung gegen ein früheres Urteil Recht gegeben.

Die Fifa muss nun eine Strafzahlung von umgerechnet 7.600 Euro für den moralischen Schaden leisten. Hinzu kommt ein Betrag für den entstandenen Sachschaden, der jedoch erst noch berechnet werden muss. Die Fifa hat allerdings noch die Möglichkeit, das Urteil anzufechten.

Anlässlich der WM 2014 hatten der Brasilianer Heine Allemagne und der Argentinier Pablo Silva, die Erfinder des Freistoßsprays, ihr Produkt der Fifa zur Verfügung gestellt, ohne dass es im Vorfeld zu einer Einigung über den Kauf des Patents gekommen war. Jenes sei vonseiten der Kläger bereits vor 21 Jahren angemeldet worden, wie es hieß.

Der Fußball-Weltverband hatte das Spray nach der WM in Brasilien ohne Zustimmung weiterverwendet.

Gegenüber der „Gazzetta dello Sport“ erklärten Allemagne und Silva, die eine Offerte der Fifa für das Patent über 500.000 US-Dollar abgelehnt hatten: „Wir sind sehr glücklich, aber auch schockiert, dass zwei einfache Menschen wie wir einen Giganten wie die Fifa zu Fall gebracht haben.“

Nachdem der Rechtsstreit in Brasilien ein Ende gefunden hat, möchten die beiden Erfinder der Fifa auch in anderen Ländern den Prozess machen. Immerhin haben diese das Spray, mit dem Schiedsrichter die Platzierung des Balles bei Freistößen und den Abstand an der Mauer markieren, in 50 Ländern patentrechtlich schützen lassen. Darunter auch Deutschland.

Quelle: spiegel.de