Am Wochenende kassierten die Rekord-Bayern gegen Augsburg ihre erste Niederlage nach 53 ungeschlagenen Spielen! Doch viele Bundesligisten sehen in der Einstellung und Aufstellung des FCB arge Probleme für die Liga.

Am Wochenende kassierten die Rekord-Bayern gegen Augsburg ihre erste Niederlage nach 53 ungeschlagenen Spielen! Nach einigen Aussagen des Vereins und der Tatsache, dass für Bayern-Verhältnisse eine B-Elf auf dem Platz stand, grummeln nun andere Liga-Vereine. Rotation von Pep Guardiola, eine bereits eingefahrene Meisterschaft und der Fokus auf die Champions League, würde da nicht jeder Verein seine Stars schonen, in Partien die weniger wichtig sind? Oder geht durch solches Verhalten das Wichtigste verloren, die Gier nach Fußball an sich – und zwar in jeder Partie?

Die Aussagen andere Bundesliga-Vereine sehen das Ganze schon recht kritisch: Eintracht Frankfurts Trainer Armin Veh: „Für die Liga ist das nicht okay. Natürlich kann man gegen Augsburg verlieren. Aber wenn ich mir die Aufstellung ansehe, muss ich schon sagen, jeder ist seines eigenen Glückes Schmied. Wenn man das gegen Mannschaften macht, die um die Europa-League-Plätze oder gegen den Abstieg spielen, und du schenkst nur ab, dann finde ich das nicht gut.“

Schalkes Manager Horst Heldt fürchtet sogar eine Wettbewerbsverzerrung: „Natürlich hat man das mitgekriegt, dass Spieler auf dem Platz gestanden haben, die selten bis noch gar nicht gespielt haben, und man hat auch vernommen, dass der Trainer der Bayern gesagt hat, die Bundesliga ist gelaufen. Ob das Wettbewerbsverzerrung ist, müssen andere entscheiden. Die Bayern schicken ja auch immer ein paar schlaue Sprüche, die alle anderen aufzunehmen haben. Das ist kein guter Stil, wenn man so agiert, dass es für andere Probleme geben könnte. Das hat auch mit Charakter zu tun.“

Mit Ironie fasste der Gladbacher Geschäftsführer Max Eberl den Sieg der Augsburger über den deutschen Meister auf und spottete: „Naja, die Bayern-Amateure ...“ Bremens Trainer Robin Dutt kritisierte im Sport1 Doppelpass die Aufstellung und Einstellung der Bayern. Was innerhalb der Liga natürlich auch für große Verärgerung gesorgt hatte, war die Aussage Guardiolas zur Liga und dem vorzeitigen Meistertitel: „Wenn es wichtig gewesen wäre, wären Philipp, Franck und Arjen dabei gewesen. Aber die Bundesliga ist vorbei, das ist im Museum von Bayern München und bleibt für immer da.“

Kein einfaches Thema, denn man kann durchaus alle Vereine verstehen, auch die Bayern. Wie es weitergeht in der Liga mit dem FCB und ob sie auf die Kritik Taten folgen lassen, wird sich am kommenden Wochenende zeigen: im heißen Duell von Borussia Dortmund gegen Bayern München.

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Quelle: RP