Am 10.06. beginnt mit dem Eröffnungsspiel Frankreich gegen Rumänien im Pariser Stade de France die 15. Auflage der Fußballeuropameisterschaft. Erstmalig greifen 24 Nationen nach Europas begehrtestem Titel. Werfen wir somit einen Blick auf die einzelnen Teams und deren Erfolgschancen.

Als mutmaßlich stärkste Nation ist als Gruppenkopf der Gastgeber aus Frankreich gesetzt. Aufgrund des Heimstatus musste der beschwerliche Weg der Qualifikation nicht gegangen werden. Des Weiteren hat sich die Schweiz als Zweiter ihrer Qualifikationsgruppe hinter den bärenstarken Engländern durchgesetzt. Als Überraschung erleben wir mit Albanien bei der EM einen Debütanten, der im Vorlauf die Dänen und Serben hinter sich lassen konnte. Komplettiert wird die Gruppe A von Rumänien, das sich hinter dem Überraschungsteam aus Nordirland als Zweiter in der Ausscheidungsrunde direkt für das Turnier qualifiziert hat.

FRANKREICH

Das Plus der Franzosen bilden die hohe individuelle Klasse und das fantastische Offensivspiel. Angetrieben von einem Paul Pogba im Mittelfeld, verfügen die Franzosen in ihrem Sturm mit Antoine Griezmann, Kingsley Coman und Anthony Martial über eine Wucht, die jede gegnerische Abwehrreihe schwindelig spielen kann.
Im Gegensatz dazu sind die Franzosen in ihrer Defensive anfällig. Die Außenverteidiger Patrice Evra und Bacary Sagna sind in die Jahre gekommen und haben nicht mehr die erforderliche explosive Schnelligkeit. Die Innenverteidigung um Laurent Koscielny wirkt zudem nicht immer sicher. Erschwerend kommt hinzu, dass der „Teamspirit“ der Equip Tricolore in vergangenen Jahren immer fragwürdig war.

Stars im Team:

  • Paul Pogba (AC Mailand)
  • Antoine Griezmann (Atletico Madrid)

Sollten sich die Franzosen endlich als eine mannschaftliche Einheit ohne interne Streitigkeiten präsentieren, so kann mit dem eigenen Publikum im Rücken der große Wurf gelingen und der Titel geholt werden.


SCHWEIZ

Die Schweizer haben eine ausgeglichene Mannschaft, die von ihrer Konstanz lebt. Ausrutscher gegen vermeintlich „kleinere“ Teams sind eine absolute Seltenheit. In dieser Gruppenkonstellation kann dies ein enormer Vorteil sein, wenn man an die Spiele gegen Albanien und Rumänien denkt.
Ob die Innenverteidigung um Johan Djourou in der Lage sein wird, sich während des gesamten Turniers auf höchstem Niveau zu präsentieren, bleibt fraglich. Auch der ausgewiesene Knipser im Sturm, der den Unterschied ausmachen könnte, fehlt den Eidgenossen.  

Stars im Team:

  • Granit Xhaka (Borussia Mönchengladbach)
  • Xherdan Shaquiri (Stoke City)

Behält man die Konstanz gegen kleinere Mannschaften bei, so werden die Schweizer die Gruppenphase überstehen. Spätestens im Viertelfinale wird für die Eidgenossen aber Schluss sein.


ALBANIEN

Der EM-Debütant verfügt über eine mannschaftliche Geschlossenheit und ist im defensiven Bereich gut organisiert, was so manchen Gegner in der Qualifikation zur Verzweiflung gebracht hat. Coach de Biasi hat die Mannschaft taktisch hervorragend geschult.
Die Schwäche ist die fehlende offensive Durchschlagskraft. Albanien verfügt nicht über die individuelle Klasse, sodass ein Spieler die Matches im Alleingang entscheiden könnte. Muss das Spiel selber inszeniert werden, so hat Albanien Schwächen, dieses aufzubauen.

Stars im Team:

  • Taulant Xhaka (FC Basel)
  • Elseid Hysay (SSC Neapel)

Albanien ist der große Underdog der Gruppe und wird auf die Geschlossenheit des Teams angewiesen sein. Entscheidend wird das Duell gegen Rumänien, um sich mit einem Sieg als einer der vier Gruppenbesten für das Achtelfinale zu qualifizieren. Dies wäre der größtmögliche Erfolg für das Land.


RUMÄNIEN

Die Tatsache, dass Rumänien während der gesamten Qualifikation nur zwei Gegentore kassiert hat, sagt einiges über das Defensivverhalten dieses Teams aus. Die Mannschaft wirkt in sich geschlossen und präsentiert sich als homogene Einheit.
Im Gegensatz dazu stehen in der Ausscheidung aber auch nur elf eigene erzielte Treffer zubuche. Das Offensivspiel der Rumänien ist der Knackpunkt, ein echter Torjäger fehlt in diesem Team komplett. Somit wird man sich bei der EM vorzugsweise auf die Defensivarbeit beschränken.

Stars:

  • Ciprian Tatarusanu (AC Florenz)
  • Vlad Chiriches (SSC Neapel)

Rumänien wird sich mit Albanien um den 3. Platz in dieser Gruppe streiten müssen. Tendenziell eher klarer Favorit auf das Vorrundenaus.