Der Tag naht, an dem die Frauen selbst dann nicht wahrgenommen werden, wenn sie nackt durch die Bude hüpfen. Das deutsch-deutsche Finale der Champions League am 25. Mai halt. Ein historischer Moment, denn solch eine Konstellation gab es noch nie. FCB gegen BVB. Champagner gegen Dosenbier. Chirurgische Präzision gegen unbändigen Kampfgeist. Und das alles mitten im gedemütigten Mutterland des Fußball.

Die Bayern

Der FCB steht nach seiner Rekordsaison nebst doppeltem Barca-Arschtritt natürlich als Favorit fest. Wäre da nicht diese Traumata der letzten Jahre. Speziell die Chelsea-Niederlage vom letzten Jahr steckt den Münchnern tief in den Knochen. Der unbedingte Wille zum Sieg über den BVB ist natürlich vorhanden, schließlich will man sich endlich an die europäische Spitze setzen. Aber wer weiß, ob die Furcht vor einem erneuten Scheitern nicht doch Auswirkungen hat. Der FCB „muss" gewinnen, sonst sind selbst die Rekordmeisterschaft und der mögliche DFB-Pokalsieg nur ein billiger Trostpreis.

Die Dortmunder

Der BVB hingegen kann es locker angehen lassen und sich mit vollem Spaß dem Finale widmen. Eigentlich geht es nur darum, die bestmögliche Leistung abzuliefern. Die Todesgruppe ungeschlagen überstanden und im Heimspiel des Halbfinales Mourinhos Königliche zu Hofnarren gemacht – wer hätte damit schon gerechnet? Alles, was jetzt noch kommen kann, ist Bonus. Natürlich werden die schwarzgelben Bienchen aus dem Klopp-Stock alles tun, um den Bayern ihren Stachel tief in die so sensible Seele zu rammen. Fraglich bleibt nur, ob der BVB den Ausfall von Mario Götze kompensieren kann.

Wer auf jeden Fall gewinnt? Die Fußball-Fans. Denn eins ist sicher: Die beiden Teams werden für ein spannendes Spiel sorgen und am Ende gewinnen die Deutschen. Besser geht es kaum.

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