Europa hat einen neuen Fußballprimus. Der FC Bayern München und Borussia Dortmund standen sich am Abend im Champions League-Finale in Wembley gegenüber, um den Meister aller Klassen unter sich auszumachen. Es gab unzählige Spekulationen, Berichte und die Frage, welche Wurst am Ende den Fußballgott besser mundet - Weißwurst oder Currywurst?

Taktik gegen Kampfgeist

Dabei begann die erste Halbzeit alles andere, als man es sich von einem Finale wünschen würde. Die Bayern standen kompakt und versuchten eine taktische Ordnung ins Spiel zu bringen, während die Borussen mit Mann und Maus gegen den Ball drückten. Daraus resultierten auch gleich mehrere Torchancen für Dortmund, die allerdings allesamt nicht genutzt wurden. Es dauerte satte 25 Minuten, bis auch endlich die Münchener gegenhielten und sich so selbst manche Abschlussmöglichkeit erarbeiteten. Nach 45. Minuten hieß es dennoch null zu null. Wobei die Bayern noch froh sein konnten, dass Ribery für einen Schlag gegen Lewandowski nicht mit Rot vom Platz geflogen ist. Ein relativ müder Kick, aber die Hoffnung bestand, dass nach einer Portion "Fish & Chips" und englischem Bier es doch noch ein Fußballspektakel geben könnte.

Volles Rohr!

Und so kam es dann auch. Es ist zwar nicht überliefert, was die Trainer ihren Teams in der Halbzeitpause gesagt haben, aber egal was es war: Es zeigte Wirkung! Beide Mannschaften kämpften in den zweiten 45 Minuten verbissen um jeden Ball und Topchance reihte sich an Topchance. Vor allem der deutsche Meister hatte durch Robben mehrfach die Führung auf dem Fuße. Aber das Duell Robben gegen Weidenfeller endete erst einmal mit einem klaren 3:0 für den Dortmunder Keeper.

In der 60. Minute war es dann soweit und das Runde landete im Eckigen. Der Holländer wurde mustergültig von Frank Ribery im Strafraum bedient und flankte unter Bedrängnis auf den einschussbereiten Mandzukic. Riesenfreude auf  Seiten der Roten, doch dieser Höhenflug sollte ein schnelles Ende finden. Nur sechs Minuten nach der Führung trat Verteidiger Dante Dortmunds Marco Reus mit voller Wucht in die Familienjuwelen. Ein schmerzhafter Anblick für jeden Mann und erst recht für jeden Bayern-Fan, denn es gab Elfmeter! Diesen verwandelte Gündogan eiskalt und netzte sicher ein. Wer jetzt dachte, das Taktikgeplänkel würde nun wieder beginnen, sah sich geirrt. Nach einer kurzen Abtastphase erhöhten beide Teams die Schlagzahl. Es hieß: „Jetzt oder nie“! Kein Spieler hatte Lust auf eine Verlängerung und so gab es ein Wechselbad der Gefühle, das in der 89. Minute seinen Höhepunkt fand. Wieder war es Arjen Robben, der sich die Pille im gegnerischen Strafraum in einem Gewusel eroberte und lässig zum 2:1 einnetzte. Die restliche Spielzeit als auch die drei Minuten Nachspielzeit brachten keine Torchance mehr und so hieß der Gewinner der Champions League 2013 am Ende: FC Bayern München!

Die Bayern haben glücklich aber verdient gewonnen und die Borussia kann mit erhobenem Haupt zurück nach Dortmund reisen. Die Mannen von Trainer Jupp Heynckes haben zwar mit Blick auf das kommende Pokalfinale eigentlich Partyverbot. Aber diese Spieler sind auch Männer. Wir können also sicher sein, dass heute Nacht die eine oder andere Maß Bier die Kehle herunter fließen wird und sich so mancher Kicker als Gesangswunder versuchen wird. Zumindest für dieses Jahr hat der Fußballgott, doch lieber zur Weißwurst als zur Currywurst gegriffen. Mahlzeit!

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