Wenn Fußballfans wieder bundesweit Woche für Woche mit dem Herzkasper ringen, das Adrenalin ins Unermessliche steigt und man neunzigminütige Auszeiten vom stressigen Alltag nimmt, ja dann ist die Bundesliga aus ihrem Sommerschlaf erwacht. Am Freitag startet die 1. Fußball Bundesliga mit der Partie FC Bayern München gegen Borussia Mönchengladbach nach einer gefühlten Ewigkeit in die neue Saison.

Wer hat das Potenzial zur Überraschung, wer steigt ab oder qualifiziert sich für das internationale Geschäft? Selbst wenn der FC Bayern München übermächtig erscheint und die Meisterschale imaginär vor dem Marienplatz hochgehalten wird – entschieden ist noch rein gar nichts. Natürlich wird erneut wild rund um die Liga sowie den eigenen Herzensverein diskutiert und spekuliert. Zu schön ist die alljährliche Bundesliga-Kaffeesatzleserei, bevor der Schiri überhaupt die ersten Partien angepfiffen hat. mann.tv beteiligt sich nur allzu gern daran und beginnt seine Bundesliga-Stecktabelle mit den möglichen Abstiegskandidaten.

Nach den ersten Pflichtspielen am vergangenen Wochenende im DFB-Pokal müssten eigentlich etliche Bundesligisten aufgrund ihrer bescheidenen bis peinlichen Auftritte direkt in die Abstiegszone geschickt werden. Aber wir wollen ja nicht Äpfel mit Birnen vergleichen. Obwohl sich Eintracht Braunschweig absolut nicht bundesligatauglich zeigte, bei deren Niederlage gegen Zweitliga-Aufsteiger Arminia Bielefeld. Nicht nur spielerisch deutet einiges darauf hin, dass Braunschweig das neue Greuther Fürth der Bundesliga wird. Der Kader ist nicht wirklich konkurrenzfähig und es fehlt schlichtweg an Erfahrung. Daher ist der BTSV der engste Freund des Abstiegsgespenstes und ein Kandidat für den 18. Tabellenplatz. Platz 17, und damit das zweite Ticket für den direkten Abstieg in die 2. Liga, könnte in dieser Saison der FC Augsburg lösen. Zwar spielte der FCA eine gute Rückrunde, aber es braucht eben zwei gute Halbserien, um dem Abstiegsstress zu entgehen. In diesem Jahr wird es mit ihren eher mittelmäßigen Neuzugängen besonders eng werden.

Mit dem 16. Platz – und somit um die Relegation – werden sich einige Teams herumschlagen müssen: Zum einen die TSG 1899 Hoffenheim – laut eigener Aussage in dieser Saison mit einem qualitativ starken Team vertreten. Aber das hört man des Öfteren aus Sinsheim. Nur wenn Trainer Markus Gisdol seiner Truppe ein Gesicht geben kann, könnte der Klub aus Baden-Württemberg ein weiteres Jahr in der höchsten Spielklasse kicken. Ansonsten gibt es wie im letzten Jahr ein Face-off mit dem Zweitligadritten. Für die Plätze 15, 14 und 13 bewerben sich Hertha BSC Berlin, der SC Freiburg und Werder Bremen. Alle Vereine sind denkbare Kandidaten für den Abstiegskampf. Berlin könnte dem Ganzen knapp entrinnen, wenn in der Hauptstadt von Vereins- und Medienseite nach einer Niederlagenserie die Ruhe bewahrt würde.

Für die Freiburger könnte es ebenfalls eine düstere Saison werden. Zum einen haben sie viele Leistungsträger verloren, die nicht adäquat ersetzt wurden. Zum anderen dürfte das Team die Dreifachbelastung mit Meisterschaft, UEFA-Cup & Pokal nicht schadlos überstehen. Stand heute gehören auch die Bremer zum Kreis der tiefplatzierten Klubs. Die letzte Saison war schon recht desolat und mit de Bruyne und Sokratis sind zwei der konstantesten Spieler abgewandert. Dazu Neutrainer Robin Dutt, der an der Weser keine Wunderdinge vollbringen wird. Erste dunkle Wolken zogen bekanntlich am letzten Wochenende nach der Niederlage im Pokal gegen den Drittligisten 1. FC Saarbrücken auf. Wieso sollte es anders laufen als in der letzten Saison?