Wenn Fußball-Fans wieder bundesweit Woche für Woche mit dem Herzkasper spielen, das Adrenalin ins unermessliche steigt und man neunzigminütige Auszeiten vom stressigen Alltag nimmt, ja dann ist die Bundesliga aus ihrem Sommerschlaf erwacht. Heute Abend startet die 1. Fußball Bundesliga mit der Partie FC Bayern München gegen Borussia Mönchengladbach nach einer gefühlten Ewigkeit in die neue Saison.

Wer hat das Potenzial zur Überraschung, wer steigt ab oder qualifiziert sich für das internationale Geschäft. Selbst wenn der FC Bayern München übermächtig erscheint und die Meisterschale imaginär vor dem Marienplatz hochgehalten wird, entschieden ist noch rein gar nichts. Natürlich wird erneut wild rund um die Liga sowie den eigenen Herzensverein diskutiert und spekuliert. Zu schön ist die alljährliche Bundesliga-Kaffeesatzleserei, bevor der Schiri überhaupt die ersten Partien angepfiffen hat. mann.tv beteiligt sich nur allzu gern daran und führt heute seine Bundesliga-Stecktabelle mit Top sechs der Liga fort. Wer schafft es nach Europa, wer wird Deutscher Fußballmeister?

Nach dem achten Platz im letzten Jahr wird es für die Fohlen aus Gladbach diese Spielzeit zwei Treppchen nach oben gehen. Borussia Mönchengladbach hat sich mit Raffael und Max Kruse gut verstärkt, vor allem für die Kreativabteilung. Auch Luuk de Jong wird nach seinem holprigen Eingewöhnungsjahr das zeigen, wofür er geholt wurde – nämlich mehr als eine Handvoll Tore zu schießen. Der Taktikfuchs Lucien Favre wird es schon richten, sein Team auf das europäische Parkett zu führen – Platz sechs.

Genauso wird der VfB Stuttgart in dieser Saison eines der Teams stellen, die in der oberen Tabellenhälfte mitmischen werden. Im Gegensatz zum Vorjahr hat Bruno Labbadia aller Voraussicht nach die wankende Abwehr gerichtet, insgesamt die Qualität des Kaders erhöht und somit einen konkurrenzfähigen Kader zusammengestellt, der zudem mehr taktische Tiefe bietet. Mit Mohammed Abdellaoue, Konstantin Rausch, Moritz Leitner und Daniel Schwaab stehen gleich vier Neuzugänge im Kader, die allesamt dem VfB helfen werden, nach Europa zu marschieren. Daher ist ein fünfter Platz mehr als realistisch.

Bayer Leverkusen hat nach einer guten Saison in der kommenden Spielzeit das Problem, einen großen Umbruch zu bewältigen. Das beginnt beim Trainer, auf dessen Stuhl nun Sami Hyypiä ohne sein letztjähriges Pendant Sascha Lewandowski sitzt. Im Team selbst ist eine Säule mit dem zum FC Chelsea abgewanderten André Schürrle weggebrochen. Es gab viele Zu- und Abgänge und bei all dem gibt es für Tormaschine Stefan Kießling keine Konkurrenz. Fällt er aus, hat Bayer ein echtes Problem. Wenn das Team sich jedoch schnell findet, ist der vierte Platz und die damit verbundene Champions-League-Qualifaktion sicher drin.

Die Knappen stellen zum Bundesligastart eine Truppe, die das Zeug hat, in dieser Saison mit tollem Fußball aufzuspielen. Mit Leon Goretzka und Christian Clemens hat man zwei Talente nach Gelsenkirchen gelotst. Mit Felipe Santana die Konkurrenzsituation in der Abwehr und mit Ádám Szalai im Sturm erhöht. Nach dem plötzlichen Abgang von Michel Bastos bleibt zwar noch abzuwarten, ob und wie auf der Position nachgebessert wird, doch insgesamt ist der Kader der Schalker breiter aufgestellt. Alles steht und fällt am Ende aber mit der Konstanz, die sie in der letzten Saison oftmals vermissen ließen. Eine direkte CL-Teilnahme und Platz drei sind drin. Für mehr wird es aber nicht reichen.

Der FC Bayern München gilt als Topfavorit auf den Titel, als Übermacht in der Bundesliga und das nicht zu Unrecht. Sie wollen sich einmal mehr alles unter den Nagel reißen, was es so zu gewinnen gibt. Das hat im Supercup gegen Konkurrent Borussia Dortmund bekanntlich nicht geklappt. Kein Beinbruch, aber die Bayern werden nicht diese unbändige Dominanz an den Tag legen, wie im vergangenen Rekordjahr und das wird den Borussen in die Karten spielen. Es ist nicht alles Eitel Sonnenschein im Süden. Pep Guardiola hat eine riesige Aufgabe vor sich, auf ihm lastet ein Druck, den kein Mensch erdulden möchte. Das Team wurde weiter verstärkt, doch die Startruppe muss sich mit dem neuen Pep-System einspielen. Selbst wenn man auf allen Hochzeiten tanzt und einen großen Spieler-Pool benötigt, ist es fraglich, ob die Edelreservisten auf der Bank die Füße stillhalten werden. Das alles könnte dazu führen, dass die Bayern zumindest den Ligatitel an die Schwarz-Gelben abtreten müssen – überraschender 2. Platz!

Die Borussia aus Dortmund wird Meister! Utopie? Nein, mitnichten. Denn Borussia Dortmund wird in diesem Jahr zur Stelle sein, sollte der Gigant aus München straucheln. Es wird keinen 25-Punkte-Rückstand mehr geben auf den FC Bayern. Und in den direkten Spielen sahen die Dortmunder meist gut aus. Eben in diesen Face-offs wird sich in diesem Jahr die Meisterschaft entscheiden. Mit Jürgen Klopp am Steuer und sinnvollen Neuzugängen nach dem Abgang von Mario Götze, ist das Team wieder gut aufgestellt. Weder in der Champions League noch in der Bundesliga sehen sie sich als Titelkandidat, ein Understatement, dass man aus Dortmund gewohnt ist, das aber zumindest nach außen den Druck nehmen wird. Es gibt nichts zu verlieren, nur zu gewinnen und deshalb winkt Platz 1. Vorausgesetzt, sie entscheiden die direkten Duelle gegen den FC Bayern München für sich. Manchmal kommt es eben anders, als man denkt!

Bundesliga-Prognose 2013/2014 - Teil 3: Meisterschaft & Europa
Bundesliga-Prognose 2013/2014 - Teil 2: Das Mittelfeld
Bundesliga-Prognose 2013/2014 - Teil 1: Die Abstiegskandidaten