Wenn Fußballfans wieder bundesweit Woche für Woche mit dem Herzkasper ringen, das Adrenalin ins Unermessliche steigt und man neunzigminütige Auszeiten vom stressigen Alltag nimmt, ja dann ist die Bundesliga aus ihrem Sommerschlaf erwacht. Am Freitag startet die 1. Fußball Bundesliga mit der Partie FC Bayern München gegen Borussia Mönchengladbach nach einer gefühlten Ewigkeit in die neue Saison.

Wer hat das Potenzial zur Überraschung, wer steigt ab oder qualifiziert sich für das internationale Geschäft? Selbst wenn der FC Bayern München übermächtig erscheint und die Meisterschale imaginär vor dem Marienplatz hochgehalten wird – entschieden ist noch rein gar nichts. Natürlich wird erneut wild rund um die Liga sowie den eigenen Herzensverein diskutiert und spekuliert. Zu schön ist die alljährliche Bundesliga-Kaffeesatzleserei, bevor der Schiri überhaupt die ersten Partien angepfiffen hat. mann.tv beteiligt sich nur allzu gern daran und führt heute seine Bundesliga-Stecktabelle mit den möglichen Mittelfeldkandidaten fort.

Der Karneval wird in Mainz dieses Jahr nicht ausfallen, die Freude über eine hervorstechende Saison aber schon. Der FSV Mainz 05 hat sich zwar mit sieben neuen Spielern verstärkt, aber die Abgänge werden nicht so einfach zu ersetzen sein. Mit dem Weggang von Adam Szalai ist auch der Letzte der Bruchweg-Boys abgewandert. Zeit für einen Neuanfang. Für Mainz nichts Neues, daher wird man sich mit Platz zwölf auch zufriedengeben. Hannover 96 kann eigentlich auf einige recht erfolgreiche Jahre zurückblicken. Im Angriff hat man sich adäquat verstärkt, aber es fehlt ein gescheiter Motor im Mittelfeld. Außerdem liegt die Krux in der Abwehr. Wenn man diese allerdings stabilisieren kann, dann ist durchaus mehr möglich. Ansonsten werden am Ende der Spielzeit die Hannoveraner um Trainer Mirko Slomka auf Rang elf rangieren.

Prinzipiell gehört der 1. FC Nürnberg zu den Wundertüten, auch in diesem Jahr. Wer weiß schon wirklich, was das junge Team alles bewerkstelligen kann? Oder auch nicht. Der Club wird wohl diesmal nichts mit dem Abstieg zu tun haben. So landet man am Ende in der gesicherten Grauzone der Liga und damit auf dem zehnten Platz. Der Bundesliga-Dino Hamburger SV könnte in diesem Jahr alle überraschen, schließlich sind angeschlagene Boxer die gefährlichsten. Mit dem neuen Sportchef Oliver Kreuzer hat man zumindest einen neuen Kopf in der Führungsriege. Nach dem Verkauf von Son Heung-min an Ligakonkurrent Bayer Leverkusen müssen in diesem Jahr besonders Artjoms Rudnevs und Rafael van der Vaart überzeugen. Stand jetzt liegen beim HSV aber Anspruch und Wirklichkeit weit voneinander entfernt. Platz neun ist realistisch, wobei die Chance vorhanden ist, eventuell doch Richtung Europa zu schielen.

Mit dem Duo Klaus Allofs und Dieter Hecking geht man beim VFL Wolfsburg den Weg der kleinen Schritte. Es herrscht etwas mehr Bescheidenheit beim Werksklub, wirklich überteuerte Spieler wurden nicht geholt. Der einzige große Name ist Diego und eventuell kommt noch Luiz Gustavo von den Bayern dazu. Das wird allerdings nicht für Europa reichen, allerdings einen ordentlichen achten Platz nach sich ziehen. Als Aufsteiger schafften die Frankfurter in der letzten Spielzeit mit phasenweise erfrischendem Offensivfußball auf Anhieb den Sprung ins internationale Geschäft. Genau das könnte den Mannen um Trainer Armin Veh aber in dieser Saison im Weg stehen. Es bleibt abzuwarten, wie sie die Dreifachbelastung meistern. Allerdings hat sich Eintracht Frankfurt ordentlich verstärkt und könnte deshalb wieder um Europa mitspielen, wobei ihnen zum Ende hin die Luft ausgehen wird. So landet die Eintracht nach 34 Spieltagen auf einem achtbaren siebten Platz.