Altersdiskriminierung: Schiedsrichter verklagt den DFB –  „Ich verklage den DFB wegen Altersdiskriminierung“, erklärte der langjährige Bundesliga-Schiedsrichter Manuel Gräfe kürzlich in einem Interview mit der „Zeit“. „Der DFB nimmt mir das, was mir Freude macht. Natürlich gibt es auch finanzielle Verluste, ich werde versuchen, wenigstens diese geltend zu machen.“

Mit Erreichen der vom DFB festgesetzten Altersgrenze von 47 Jahren, war Gräfe gezwungen gewesen, seine Karriere zu beenden. Und das, obwohl er von vielen Trainern und Spielern für seine guten Leistungen gelobt wurde. Der passionierte Schiri beklagt: „Ich hätte gerne weitergemacht. Meinen Füßen, Knien und der Hüfte geht es gut. Aber der DFB pocht auf eine uralte Richtlinie.“

„Ich fühle mich, als könnte ich bis 50 pfeifen oder länger.“

Nun möchte der Berliner vor Gericht ziehen, um dort für die gesamte Schiedsrichtergilde zu kämpfen. Immerhin betreffe die Regel nicht nur andere Kollegen, sondern habe zudem für die unteren Spielklassen gravierende Folgen.

Gräfe betont in dem Zusammenhang aber auch: „Ich selbst werde nicht mehr pfeifen, auch wenn ich mit meiner Klage Erfolg haben sollte.“

Der Ex-Schiedsrichter übt nicht nur Kritik am DFB

Auch gegen seinen Ex-Kollegen Felix Zwayer teilt Gräfe aus, dessen Platz an der Spitze der deutschen Top-Schiedsrichter er bereits 2018 in Frage gestellt hatte.

Zwayer hatte 2004, im Rahmen der Spielmanipulation durch den früheren Referee Robert Hoyzer, einen geringen Bardgeldbetrag von eben jenem angenommen und die ihm bekannte Manipulation nicht zeitnah beim DFB angezeigt.

„Wer einmal Geld angenommen und Hoyzers Manipulation ein halbes Jahr verschwiegen hat, sollte keinen Profifußball pfeifen“, urteil Gräfe erneut über Zwayer, der aktuell unter anderem in der Champions League zum Einsatz kommt.

„Da sind wir wieder beim DFB. Der befördert Zwayer auch noch, trotz durchschnittlicher Leistungen.“

Quelle: spiegel.de