In der Menschenfabrik herrschte Hochbetrieb. Der Prototyp war gerade mal seit ein paar Tagen auf dem Markt und schon musste ein neues Modell her. „Zu plump“, hatte der Chef gemeckert, „zu grobschlächtig“ sei der Mann geworden. Das müsse doch auch besser gehen! Schöner, eleganter. Also zurück ans Reißbrett und flugs die Frau erfunden. Doch der Stress und all die Überstunden sollten am Ende von Erfolg gekrönt sein. Denn das Ergebnis konnte sich mehr als sehen lassen.

Kurviger als das ursprüngliche Modell kam die Frau gleich viel schnittiger daher, als der kantige Mann. Und dann noch die geniale Idee, ihr ein paar Brüste zu verpassen… ein echter Hingucker, um das deutlich weichere Gesamtbild abzurunden. Das musste man den Jungs aus der PR-Abteilung lassen, kreativ waren sie.

Doch was nutzt der schönste Rahmen, wenn dieser kein Bild veredelt?! Also waren nun die Mitarbeiter aus der IT an der Reihe, und sperrten sich für ihr bislang ehrgeizigstes Projekt tagelang in ihren Büros ein. Eine radikale Arbeitshaltung, die schließlich Früchte in Form eines atemberaubend komplexen Betriebssystems tragen sollte, welches nicht mal mehr die Erfinder zu verstehen in der Lage waren.

Und so erweckte man die Frau schließlich zum Leben und sah, dass sie perfekt war. Man stellte sie dem Manne zur Seite, was ihre Erhabenheit umso mehr unterstrich, und konnte endlich Feierabend machen. Als Fred aus der Personalabteilung – der immer der Letzte war, der ging – jedoch das Licht ausschalten wollte, entdeckte er auf dem Boden eine Schraube, die sich wohl gelockert haben musste. „Wofür die wohl gedacht war“, fragte er sich schulterzuckend und steckte das vergessene Bauteil achtlos in seine Tasche, um den Vorfall sofort wieder zu vergessen.

Erst Äonen später, als Fred das folgende Video sah, wurde ihm klar, dies ein Fehler gewesen war…