Als Mann so Mitte Dreißig steht man aktuellen Trends oft mit großem Unverständnis gegenüber. Allerdings darf man dabei zum einen nicht vergessen, dass unsere Eltern den Blödsinn, den wir Zeit unserer Jugend so getrieben haben, auch dämlich fanden. Und zum anderen – und das ist extrem wichtig in der Beurteilung aktueller Phänomene – ist die Jugend von heute mit dem Internet aufgewachsen. Einem Medium, welches es jedem Hans und Franz erlaubt, sich in jeder erdenklichen Lebenslage der ganzen Welt gegenüber zu präsentieren und dafür auch noch Applaus und Anerkennung zu ernten. Oder Spott und Hohn, je nachdem…

Man stelle sich nun einmal vor, man kennt das so gar nicht anders, und füge dieser Rechnung noch den wilden Hormoncocktail hinzu, den die Natur uns anlässlich der Pubertät verabreicht, sowie das massive Geltungsbedürfnis, welches mit der Adoleszenz einhergeht. Et Voila: Schon haben wir eine Generation, die nicht mehr Feuerwehrmann oder Rockstar werden will, sondern YouTuber oder Influencer, und die für Likes nahezu alles tun würde. 

Die Jungs aus dem folgenden Video sind ein prima Beispiel dafür, allen voran der offensichtliche Rädelsführer und Justin Biber-Verschnitt Jake Mitchell. Genau wie seine Kumpels, hat der Bengel vor der Kamera schon längst sämtliches Schamgefühl verloren und ist von daher prädestiniert für die Milch Challenge. Nicht weil Milch für kleine Jungs gesund ist, sondern weil man nach zwei Litern auf Ex kotzen muss. Ein Vorgang, der ja schon lange nicht mehr als intim gilt.

Um das Ganze etwas aufzupeppen, wird flott noch etwas Lebensmittelfarbe in den Kanister geschüttet und Zack ist ein neuer Trend geboren: Die Rainbow Milk Challenge.

Wenn man seine Augen nun sehr eng zusammenkneift, kann man der Aktion einen gewissen künstlerischen Wert wohl nicht absprechen. Oder wie es ein Kollege gerade so treffend auf dem Punkt brachte: „Sieht aus, als hätten die Glücksbärchis zu viel gesoffen.“  Aber diesen Kommentar dürften Jack und seine Gefährten wohl nicht verstehen.