Es gibt da so eine Geschichte eines Schülers – womöglich nur eine dieser urbanen Legenden, aber wer vermag das schon so genau zu sagen – um dessen Benotung ein Streit in der Lehrerschaft entbrannte. Genaugenommen ging es um die Bewertung von dessen Aufsatz zum Thema „Was ist Mut?“ Denn auf dem Blatt, das der Schüler sehr kurz darauf vorne abgab, stand lediglich geschrieben „DAS ist Mut!“.

Zu der Frage, wie dies nun zu bewerten ist, lassen sich interessante Debatten führen, bei denen es stets zwei Lager geben wird. Die einen plädieren für eine glatte Sechs, da der eigentliche Arbeitsauftrag, einen Aufsatz zu schreiben, mit läppischen drei Worten wohl kaum als erfüllt gelten kann. Unter diesem Gesichtspunkt haben wir es also mit einer klaren Arbeitsverweigerung zu tun, die es abzustrafen gilt.

Im anderen Lager wiederum gibt es für die gleichen drei Worte ganz klar eine Eins. Immerhin ist die Frage nicht nur anhand eines konkreten Beispiels sehr präzise beantwortet worden, der oder die Schülerin demonstriert damit auch noch kreative Problemlösestrategien, abstraktes Denkvermögen und Selbstbewusstsein. Und wird unser Schulsystem nicht eben deshalb so harsch kritisiert, weil die Förderung derlei individueller Stärken im strikten Lehrplan keine Beachtung findet?

Versucht es einfach selbst mal, und bringt das Thema beim nächsten gemeinsamen Essen oder bei einer Party auf den Tisch. Und um das Ganze etwas aufzupeppen, haben wir nun noch ein Video für euch, das eine ganze Reihe weiterer und teils saukomischer Antworten aus Klassenarbeiten dokumentiert. Wenn eure Debatte über die Note für Mut in Richtung Streit zu kippen droht, werft ihr einfach schnell eines der gezeigten Beispiele ein. Viel Spaß!