Der Film „Kevin – Allein zu Haus“ war in den 90ern ein Riesenerfolg. Die Komödie um einen kleinen Bengel, der zu Weihnachten von seiner Familie vergessen das elterliche Haus gegen zwei Einbrecher verteidigt, spielte über 500 Millionen Dollar ein. Nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass der Streifen gerade mal 15 Millionen gekostet hat. Teil 2 lief dann aber schon nicht mehr ganz so gut, und weder Schauspieler Macaulay Culkin, noch die weiteren Fortsetzungen, konnten auch nur annähernd an den Erfolg des Erstlings anknüpfen. Was bleibt, ist eine Welt voller Kevins und zumindest eine Kultkomödie, die allweihnachtlich im TV ausgestrahlt wird.

Eben jenen Film haben sich nun die Special-Effects-Experten von „Corridor“ zur Brust genommen, denen wir schon die grandiose „John Wick“-Parodie mit Nerf-Waffen und das kultige Video mit dem Laserschwert zu verdanken haben, das immer länger wird und den Flugverkehr über Los Angeles lahmlegt. Die Frage war dabei, wie hätte „Kevin – Allein zu Haus“ wohl ausgesehen, wenn es sich dabei um einen Film mit 18er-Rating gehandelt hätte? An Gewalt mangelt es darin schließlich nicht, wenn diese im Original auch kindgerecht verharmlost und cartoonesk überzeichnet dargestellt wurde.

Nun, überzeichnen können die Jungs von „Corridor“ auch, nur mit dem Verharmlosen, da haben sie es nicht ganz so. Also wird der kleine Kevin in der Neuinterpretation kurzerhand von einem tapferen kleinen Burschen zum knallharten Psychopathen, der seine ganze Familie abgeschlachtet hat und nun via Airbnb neue Opfer in sein mit Todesfallen gespicktes Haus lockt. In dem Falle Gäste, die dort eigentlich nur übernachten wollten, um am nächsten Tag die „Zwillingsbruder-Convention“ zu besuchen, was auch die doppelten Marvs und Harrys erklärt.

Und eines ist mal sicher: Wäre der Streifen damals schon so in die Kinos gekommen, würde man heutzutage garantiert keine Kevin-Witze machen. Denkt mal drüber nach.