Weihnachten rückt mit großen Schritten näher – und neben all dem, was ohnehin dazugehört und was an dieser Stelle aufzuzählen müßig wäre, wird das Fest stets von einem Phänomen begleitet: Entweder besonders gefühlsduselige Werbespots, die mit der Hydraulikpresse die Tränendrüse malträtieren. Oder aber besonders kreative Versuche genau diesen Fehler nicht zu begehen. Abgeräumt hat auf jeden Fall dieses Jahr Conrad mit einem neuen Weihnachtswerbespot, der wirklich sämtliche Register zieht, um nicht alle Register ziehen zu müssen … Den findet ihr im Anschluss.

Platt gesagt ist der Spot eine brillante Persiflage auf eine Situation, die vor allem Medienmenschen und PR-Leute nur zu gut kennen – entsprechend hart feiern wir den Spot, doch er bringt genug Qualitäten mit, damit auch Leute ihn lieben können, die nicht „was mit Medien machen“. Im Kern geht es darum, dass große Kunden sich in der Regel an Werbeagenturen wenden, wenn sie einen neuen Spot oder eine Kampagne möchten – und dabei auf wunderbar naive Art ihre Vorstellungen zum Besten geben.

„Wir hätten das gern soundso. Am besten mit dem und dem Star. Unser Slogan muss da auch noch irgendwie rein. Und alles in Gelb…“ Und so weiter. Werber müssen sich dem irgendwie unterwerfen und solchen Wünschen möglichst Rechnung tragen, ohne ihre eigene Kreativität allzu sehr einzuschränken, der Kunde soll ja das Resultat mögen. Genau das ist der Knackpunkt an diesem genialen Werbespot: Hier wurde von der verantwortlichen Agentur „Dojo“ einfach alles in die Tat umgesetzt, was sich der Kunde „Conrad“-Elektro gewünscht hat – inklusive Verweis auf den viralen Edeka-Werbespot zu Weihnachten 2016:

„Könnt ihr euch erinnern, letztes Jahr, da gab es so ’ne traurige Werbung mit so’m Opa. Da könnt’ ich mir ’ne schöne Produktpräsentation mit hineindenken…“ Ein absolutes Prachtstück von einem Weihnachtswerbespot, den ihr euch auf keinen Fall entgehen lassen solltet. Gefühlsduselig ist hier gar nichts.