Gender-Sprache: Youtuberin kontert Gendern und geht viral – Guten Tag liebe Leser:innen oder auch gern Leser*innen, geschlechtergerechte Sprache sorgt seit einiger Zeit für reichlich Diskussionsstoff in Deutschland um den Sinn und Unsinn des sogenannten Genderns. Hierzulande lehnt ein Großteil die Gender-Sprache ab oder steht ihr zumindest kritisch gegenüber.

So auch die Stuttgarter Youtuberin und Videoproduzentin Alicia Joe, die mit ihrem aktuellen Video „Warum Gendersprache scheitern wird“ das Gendern auseinanderpflückt und damit für reichlich Aufmerksamkeit gesorgt hat. Anhand sprachwissenschaftlicher Erkenntnisse legt die 25-jährige Alicia Joester, so ihr vollständiger Name, vor allem dar, wieso das aktuelle Gendern wenig bis gar nicht durchdacht ist.

Trifft den Nerv der Zuschauer

Dies auf eine ganz unaufgeregte, humorige aber auch analytische Art, was den Zuschauern nicht nur gefiel, sondern vor allem auch ihren Nerv getroffen hat. Denn all die Sternchen, Doppelpunkte, Unterstriche oder neue Wortschöpfungen sind eines der großen Wutthemen in der Gesellschaft. Während der 30 Minuten ihres Videos liefert sie sprachwissenschaftliche Argumente, die schlicht all die Probleme aufzeigen, die mit dem Gendern einhergehen.

Dabei gibt sie etliche illustre Beispiele, wieso zum Beispiel eine einheitliche Form des Genderns mehr als problematisch bis unmöglich sei, in manchen Fällen sogar selbst diskriminiere. Dabei stellt Alicia Joe eingangs klar: „Ich bin grundsätzlich positiv gestimmt gegenüber dem Versuch, neben der Gesellschaft auch die Sprache gerechter zu gestalten.“ Allerdings hält sie eben die derzeit gehandhabte Art und Weise des Genderns für „schlecht durchdacht bis hin zu problematisch“.

„Die Gästin“ und „der Personer"

So hinterfragt sie als Beispiel, was man denn beim Gendern im Genitiv, Singular oder Akkusativ Plural machen würde und betont, dass es dann richtig heißen müsste: „Das Buch des/der Schüler*s*in gebe ich an die Gruppe von Schüler*n*innen?“ Sie verwies auch auf geschlechtsneutrale Bezeichnungen hin, als Beispiel „die Person“ oder „der Gast“ – und wunderte sich, ob man diese nun auch ändern müsste in „die Gästin“ und „der Personer“.

In ihrem Video nennt sie etliche solcher Beispiele und geht noch tiefer auf die sprachliche Materie ein. Allerdings hat sie zum Ende des Videos auch eigene Lösungsvorschläge: „Für mich wäre die simpelste Lösung dieses Dilemmas, sämtliche Movierungen aus der deutschen Sprache zu streichen.“ Heißt: Für sie währe zur Güte ein Umtaufen von zum Beispiel Lehrerin und Lehrer in ‘weibliche oder männliche Lehrer’ ein Lösungsansatz in der ganzen Gender-Diskussion.

Video geht viral

Ihr Gedanke hinter allem erläutert sie folgendermaßen: „Wenn Frauen und Diverse sich auch als Schüler, Studenten oder Lehrer bezeichnen würden, würde man dieses Wort genauso wenig für männlich halten wie das Wort Mensch“. Alle Unterscheidungen sollten demnach nur durch Hinzufügen von Adjektiven kenntlich gemacht werden, womit dann alle Menschen sicherlich besser klarkommen würden als mit all den Sternchen und Wortzerstückelungen.

So würde man dann zukünftig eben von einer weiblichen oder männlichen Leiche sprechen, anstatt von ‘die Leiche’ oder wie es nach aktuellen Gender-Wünschen, „der Leicher“ für die männliche Leiche heißen sollte.

Jedenfalls hat die Youtuberin viele Probleme der aktuellen gendergerechten Sprache zur Sprache gebracht und aufgezeigt, dass es in der bisherigen Form nicht geht. Dafür erntete sie nach nur wenigen Tagen nicht nur über 125.000 Likes, sondern Stand dieses Artikels auch über 1.200.000 Aufrufe ihres Videos „Warum Gendersprache scheitern wird“.

Quelle: stuttgarter-zeitung.de