Wutanfall mit Folgen: Baggerfahrer demoliert Neubau – Wir wissen ja nicht, was im baden-württembergischen Blumberg normalerweise so los ist, aber der kürzliche Ausraster eines Baggerfahrers dürfte in die viralen Annalen der Stadt eingehen. Dieser hat nämlich aus purer Wut die Fassade eines Neubaus mit schwerem Arbeitsgerät auseinandergenommen. Der Schaden beläuft sich auf rund 500.000 Euro.

Um den Wutanfall zu verstehen, muss man wissen, dass der 47-jährige Bauunternehmer aus der Nähe von Bad Kreuznach das Haus für einen Auftraggeber selber gebaut hatte. Nach Angaben der Polizei hatte Letzterer seine Zahlungen jedoch eingestellt. Aus Sicht des Bauunternehmers zu Unrecht.

Also lieh sich der Mann einen Bagger, riss damit wutentbrannt zunächst mehrere Balkone von dem Neubau in der Vogtgasse herunter und fügte der Fassade laut Polizeibericht damit „massive“ Schäden zu.

Doch damit war der Zorn noch nicht verraucht: als Nächstes mussten die Garagen dran glauben

Spätestens das hätte allerdings ziemlich übel ausgehen können, da dort mehrere Gasflaschen gelagert waren und sich mittlerweile gut 50 Schaulustige versammelt hatten, um dem blindwütigen Treiben beizuwohnen.

Als sich der Bauunternehmer schließlich abreagiert hatte, wechselte er vom Bagger in sein Auto, fuhr zur Polizei und gestand die Tat, welche ein Polizeisprecher später als „Frust-Aktion“ titulieren sollte.

Der Besitzer des Baggers, Manuel Rustler, gab gegenüber der „Bild“ zu Protokoll:

„Der Unternehmer hat über die Jahre 15 Bagger und andere Maschinen bei uns gemietet. Ich kenne ihn als sehr zuverlässig. Den Neubau, den er zerstört hat, hat er selbst auf die Beine gestellt. Von der Baugrube bis zu den Balkonen. Wenn dann die Kohle ausbleibt, kann ich den Wutausbruch schon verstehen.“

Rustler ergänzt: „Am Mittwoch rief er mich noch an, dass er dringend einen Bagger braucht. Wir haben ihn geliefert und wenige Stunden später kam der erste Anruf, dass mit meinem Bagger das Haus beschädigt wird. Man kann nicht in die Köpfe der Menschen schauen, sonst hätte ich ihm den Bagger sicherlich nicht geliefert.“

Der 47-Jährige muss nun mit hohen Kosten rechnen, wenn die Geschädigten vor Gericht ziehen, handelt es sich bei dem Bagger-Amoklauf aus strafrechtlicher Sicht doch um Sachbeschädigung. Zudem war er nach momentanem Erkenntnisstand weder betrunken, noch hat er unter Drogeneinfluss gehandelt.

Ursprünglich wollten die Mieter des Hauses zum 1. August einziehen. Daraus wird aber nun nichts mehr. Zunächst muss erst einmal geklärt werden, ob die Statik des Hauses noch in Ordnung ist. Von den offenkundigen Schäden ganz zu schweigen.

Quelle: bild.de