Wer Alkohol trinkt, so sagt man, kommt schnell auf Schnapsideen. Doch wer sagt, dass so eine Schnapsidee immer schlecht sein muss? So manchen hat ein Glas Bier auch schon inspiriert. Schließlich heißt es ja auch: in vino veritas. Aber bevor wir hier noch mehr Kleingeld ins Floskel-Schwein werfen müssen, kommen wir besser mal zum Punkt.

Als der Wissenschaftler Alban Sauret gemeinsam mit seinen Kollegen in einer Kneipe hockte, fiel ihnen auf, dass so ein Guinness, was ja ein sehr schaumiges Bier ist, so gut wie nie überschwappt. Unter welchen Bedingungen diese Erkenntnis nun gereift ist, sei hier einfach mal dahingestellt, doch die Frage, warum das wohl so ist, hatte bis zum nächsten Tag bestand.

Also widmeten die Herrschaften sich diesem Thema unter wissenschaftlicher Prämisse und konstruierten zu Untersuchungszwecken einen rechteckigen Glasbehälter, den sie mit einer Mischung aus Wasser, Glyzerin und einem Schuss gewöhnlichen Geschirrspülmittels füllten. Als Nächstes erzeugten sie in der Flüssigkeit unterschiedlich hohe Schaumkronen aus gleichförmigen Bläschen von jeweils drei Millimetern Durchmesser, schwenkten die Behälter vor und zurück, und hielten das Ergebnis mit einer Hochgeschwindigkeitskamera fest.

Dabei stellte sich heraus, dass bereits fünf Lagen aus Schaumbläschen die Wellenhöhe im Glas auf ein Zehntel reduzierten. Aus Sicht der Forscher liegt das daran, dass die Reibung der Bläschen an der Gefäßwand das Schwappen der Flüssigkeit dämpft. Diese These wird durch die Feststellung gestützt, dass Bläschen, welche die Gefäßwand nicht berühren, so gut wie keinen dämpfenden Effekt erzielen. Zudem scheinen fünf Lagen vollkommen auszureichen, da noch mehr Schaum keine nennenswerte Steigerung mit sich brachte.

Natürlich fallen diese Untersuchungen nicht in die Kategorie „unnützes Wissen“. Denn die Forscher möchten ihre Ergebnisse nutzen, um den Transport von flüssiger Fracht wie Öl oder Flüssiggas sicherer zu gestalten. Und so kann es durchaus sein, dass ein Glas Guiness eines Tages viele Leben rettet.