Dem ungehemmten Fleischgenuss haftet dieser Tage ein schlechtes Image an. Denn die Stimmen, welche unseren immensen Appetit insbesondere auf Rind als die wohl größte akute Gefahr für unsere Umwelt betiteln, werden immer lauter. Das Credo im Sinne des Klimaschutzes lautet von daher: Esst weniger Fleisch! Doch wie soll man die Menschen für dieses Thema sensibilisieren? Insbesondere uns Männer, für die ein Steak fast schon etwas Heiliges ist? Was könnte – abgesehen von der Vernunft – mächtiger sein als unser Fleischhunger? Ganz einfach: Geld!

Fakt ist, dass bei der Produktion tierischer Lebensmittel mehr Treibhausgase entstehen als bei pflanzlichen. Von daher schlagen Wissenschaftler im Auftrag der Bundesregierung vor, die Mehrwertsteuer auf Fleisch, Wurst, Milch und andere tierische Produkte zu erhöhen. In einem Klimagutachten der wissenschaftlichen Beiräte, welche zu Händen des Landwirtschafts- und Ernährungsministers Christian Schmidt (CSU) ging, sprechen sich die Experten dafür aus, den Steuersatz von aktuell 7 auf 19 Prozent zu heben.

Sollte dies dazu führen, dass wir uns in Verzicht üben und in Sachen Fleisch an die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) hielten, könnte der jährliche CO2-Ausstoß um rund 22 Millionen Tonnen gesenkt werden. Aktuell konsumieren wir im Schnitt jeder ein Kilogramm Fleisch pro Woche. Die DGE rät jedoch, nicht mehr als 300 bis 600 Gramm Fleisch und Wurst pro Woche zu verzehren.

Quelle: spiegel.de